- 126 - Wertrechnung als praktisch undurchführbar ab, so scheint nichts anderes mehr übrig zu bleiben als eine glatte Verneinung unserer Hauptfrage: der Schluß, daß eine entwickelte Gesellschaftswirtschaft ohne die heutige Geldpreisbildung auf die Dauer unhaltbar sei So die Meinung von Mises: „In der auf dem Sondereigentum ar den Produktionsmitteln beruhenden Wirtschaftsordnung wird die Wert- rechnung von allen selbständigen Gliedern der Gesellschaft geführt, Jeder- mann ist an ihrem Zustandekommen in zweifacher Weise beteiligt, einmal als Verbraucher, das andere Mal als Erzeuger ... Durch das Zusammenspiel der beiden Wertungsprozesse wird dafür Sorge getragen, daß das wirtschaft- liche Prinzip überall, im Verbrauch sowohl als in der Erzeugung, zur Herr- schaft gelangt. Es bildet sich jenes genau abgestufte System der Preise heraus, das jedermann in jedem Augenblick gestattet, seinen eigenen Bedari mit dem Kalkül der Wirtschaftlichkeit in Einklang zu bringen. — Das aller fehlt notwendigerweise im sozialistischen Gemeinwesen, Die Wirtschafts leitung mag genau wissen, was für Güter sie am dringendsten benötigt. Aber ‚. die Bewertung der Produktionsmittel muß sie entbehren. Den Wert der der Gesamtheit der Produktionsmittel zukommt, vermag sie festzustellen ... Sie vermag auch zu berechnen, wie groß der Wert eines einzelnen Produk tionsmittels ist, wenn sie die Bedeutung des Ausfalles an Bedürfnisbefrie digung berechnet, der durch: ‘cn Wegfall entsteht. Doch sie kann ihn nicht auf einen einheitlichen Preisau druck zurückführen, wie dies die freie Wirt schaft, in der alle Preise zuf «en gemeins.u..n Ausdruck iu Geld zurück geführt werden können, vermag. In der sozi-l;stischen Wirtschaft, die . den Ausdruck der Preise der Produktionsmittel (einschließlich der Arbeit) in Geld unmöglich macht, kann das Geld in der Wirtschaftsrechnung keine Rolle spielen... Es scheint nahe zu liegen, . . es auch im sozialistischer Gemeinwesen mit selbständiger Verrechnung der einzelnen Produktions- gruppen zu versuchen. Doch das ist ganz und gar unmöglich. Denn jede selbständige Verrechnung der einzelnen Zweige eines und desselben Unter: aebmens beruht ausschließlich darauf, daß eben im Marktverkehr für alle Arten von verwendeten Gütern. und Arbeiten Marktpreise gebildet werden die zur Grundlage der Rechnung genommen werden können. Wo der iIreie Marktverkehr fehlt, gibt es keine Preisbildung; ohne Preisbildung gibt es keine Wirtschaftsrechnung. Man könnte etwa daran denken, zwischen den einzelnen Betriebsgruppen den Austausch zuzulassen, um auf diesem Wege zur Bildung von Austauschverhältnissen (Preisen) zu gelangen und so cine Grundlage für die Wirtschaftsrechnung auch im sozialistischen Gemeinwesen zu schaffen ... Aber wieder kommt man dabei um den entscheidenden Punkt nicht herum. Austauschverhältnisse der Produktiv güter können sich nur auf dem Boden des Sonder eigentums an den Produktionsmitteln bilden. Wenn die‘ Kohlengemeinschaft an die Eisengemeinschaft Kohle liefert, kann sict kein Preis bilden, es wäre denn, die beiden Gemeinschaften scien Eigentümer der Produktionsmittel ihrer Betriebe‘ (Wirtschaftsrchg., S. ıoıflg.). Zunächst ist nach den Ausführungen von Mises das eine festzustellen: Die Frage, ob eine ausgedehnte, hochgegliederte