28 III. Kapitel. einzelnen Deponenten schuldigen Beträgen. Wenn wir annehmen, daß die Bank einem Deponenten A $ 10,000, einem Deponenten B $ 10,000 und allen anderen $ 80,000 schuldig ist, so schreiben wird die Bankbilanz folgen dermaßen: Gold Aktiva $ 100,000 $ 100,000 Passiva Schuld an Deponent A $ 10,000 Schuld an Deponent B $ 10,000 Anderen Deponenten schuldig . $ 80,000 $ 100,000 Nehmen wir nun an, daß A dem B $ 1000 zu zahlen wünscht. A kann mit B auf die Bank gehen, Anweisungen oder Schecks für $ 1000 präsen tieren, hierauf das Geld in Empfang nehmen und es dem B einhändigen, welches letzterer vielleicht in derselben Bank wieder deponiert, indem er das Geld durch die Schalterklappe des Kassiers zurückgibt und dagegen eine neue Anweisung in seinem eigenen Namen entgegennimmt. Statt daß aber A und B die Bank besuchen und das Geld heraus- und hereinzahlen, kann A dem B einfach einen Scheck auf $ 1000 geben. In jedem der beiden Fälle bedeutet die Übertragung, daß das Guthaben A’s auf die Bank von $ 10,000 auf $ 9000 reduziert und das des B von $ 10,000 auf $ 11,000 er höht worden ist. Der Status lautet dann folgendermaßen: Gold Aktiva $ 100,000 $ 100,000 Passiva Schuld an Deponent A $ 9,000 Schuld an Deponent B $ 11,000 Anderen Deponenten schuldig . $ 80,000 $ 100,000 Die Anweisungen oder Schecks zirkulieren also unter den verschiedenen Deponenten der Bank an Stelle des Bargeldes. Was tatsächlich in solchen Fällen seinen Eigentümer wechselt oder „zirkuliert“, ist das Recht, Geld zu erheben. Der Scheck ist nur die Beweisurkunde dieses Rechtes und der Übertragung des Rechtes von einer Person auf eine andere. In dem von uns angenommenen Falle würde die Bank mit Verlust arbeiten. Sie würde zur Bequemlichkeit ihrer Deponenten Zeit und Arbeit ihres Beamtenpersonals liefern, ohne irgend etwas als Ersatz dafür zu be kommen. Eine solche hypothetische Bank würde aber — wie dies bei der Amsterdamer Bank der Fall war 1 ) — bald finden, daß sie durch das zins tragende Ausleihen eines Teils des in Depot befindlichen Goldes „Geld ver l ) Siehe Dunbars Theory and Eistory of Banking, 2. Aufl., herausgegeben von O. M. W. Sprague, New York und London (G. P. Putnam’s Sons), 1901, S. 113—116.