Einfluß der Depositenumlaufsmittel auf die Gleichung usw. 31 Gold selbst — dasselbe Gold das von einem anderen Kunden deponiert worden ist — geben oder darleihen. Sogar wenn der Entlehner nur ein Zahlungsversprechen besitzt, so wird noch immer fingiert, daß er Geld deponiert habe, und ist gleich den wirklichen Deponenten von Bargeld er mächtigt, Schecks zu ziehen. Den Gesamtwert der Ansprüche auf das Ziehen von Geld, gleichviel woher sie stammen, nennt man „Depositen“. Die Befugnis zu ziehen (oder die Depositenanrechte) leihen die Banken öfters her als wirkliches Geld, teils weil dies für die Entlehner bequemer ist, teils weil die Banken bedeutende Barreserven zu halten wünschen, um großen oder unerwarteten Anforderungen gegenüber genistet zu sein. Wenn eine Bank Geld ausleiht, so wird allerdings ein Teil des so geliehenen Geldes von den Personen, welche von den Entlehnern nach Abwicklung der Ge schäfte bezahlt wurden, wieder deponiert werden; es ist aber nicht unbedingt nötig, daß dieses Geld in derselben Bank zurückdeponiert wird. Dem Durchschnittsbankier wird es daher lieber sein, wenn der Entlehner ihm kein Bargeld entzieht. Außer Depositenanrechten können die Banken auch ihre eigenen Noten, die sogenannten „Banknoten“, ausleihen; und das Prinzip, welches die Depositenanrechte beherrscht, gilt in gleicher Weise für die Banknoten. Der Inhaber empfängt einfach anstatt eines Bankguthabens die Tasche voll Banknoten. In beiden Fällen muß die Bank stets bereit sein, den Inhaber zu bezahlen — ihre „Noten einzulösen“ — ebenso wie ihre Deponenten auf Verlangen zu bezahlen, und in beiden Fällen tauscht die Bank ein Zah lungsversprechen gegen ein anderes aus. Was die Banknote betrifft, so hat die Bank ihre Banknote gegen das Zahlungsversprechen eines Kunden ein getauscht, Die Banknote trägt keine Zinsen, ist aber auf Verlangen sofort zahlbar. Die Note des Kunden trägt Zinsen, ist aber nur an einem be stimmten Verfalltage zahlbar. Angenommen die Bank gebe $ 50,000 in Noten aus, so wird ihre Bilanz jetzt folgendermaßen aussehen: Aktiva Goldreserven $ 100,000 Darlehen $ 100,000 $ 200,000 Passiva Schuld an Deponenten $ 150,000 Schuld an Noteninhaber $ 50,000 $ 200,000 Wir wiederholen, daß vermöge des Kredits die Depositen (und Noten) einer Bank ihre Barmittel überschreiten können. In dieser Tatsache läge nichts Mysteriöses oder Dunkles, noch überhaupt in dem Kreditwesen im allgemeinen, wenn man es dem Publikum beibringen könnte, die Operationen