48 IV. Kapitel. Goldquantums getan hatte x ). Die Preise, welche der Höhe des Zinsfußes vorher bereits vorausgeeilt waren, streben darnach, ihr noch weiterhin vor auszueilen und setzen dabei die Entlehner, welche ihre Gewinne ohnedies schon erhöhten, in den Stand, sie noch weiter zu erhöhen. Die Nachfrage nach weiteren Anleihen wächst und, obwohl der nominelle Zinsfuß etwas in die Höhe geschraubt wird, so bleibt er doch unter dem normalen Niveau zurück. Nominell hat sich die Zinsrate doch erhöht, und infolgedessen werden auch die Darleiher, die Banken inbegriffen, zu größeren Unterneh mungen veranlaßt. Durch die höheren nominellen Raten zur irrtümlichen Annahme verleitet, daß ziemlich hohe Zinsen erlangt werden können, er weitern sie ihre Darlehen, und mit der resultierenden Erweiterung des all gemeinen Bankkredits vermehrt sich der an sich schon umfangreiche De positenumlauf (Cr') in noch höherem Maße. Wenn die Preise steigen, kann auch der Geldwert von Effektendepots größer geworden sein, wodurch es den Entlehnem leichter gemacht wird, großen Kredit zu erhalten 1 2 ). In folgedessen steigen die Preise noch weiter 3 ). Diese Wirkungsfolge der Ereignisse kann in folgender Form kurz ausgedrückt werden: 1. Die Preise steigen (die Ursachen können verschieden sein; wir haben zur Verdeutlichung ein Anwachsen des Goldbestandes gewählt). 2. Die Zinsrate nimmt zu, aber nicht genug. 3. Die durch großen Gewinn ermutigten Unternehmer („Enterprisers“, um Professor Fetters Ausdruck zu gebrauchen) erweitern ihre Anleihen. 4. Der Depositenumlauf (Cr") vermehrt sich im Verhältnis zum Gelde (Cr). 5. Die Preissteigerung dauert fort, d. h. das Phänomen Nr. 1 wiederholt sich. Dann wiederholt sich Nr. 2 und so weiter. Mit anderen Worten: eine geringfügige anfängliche Preissteigerung setzt eine Reihe von Ereignissen in Bewegung, welche die Tendenz haben, diese Preissteigerung zu wiederholen. Eine Preissteigerung bringt immer die andere mit sich, und zwar solange, wie der Zinsfuß hinter seiner normalen Ziffer zurückbleiM. 1 ) Siehe den Artikel von Knut Wicksell in den Jahrbüchern für Nationalökonomie 1897 (Band 68), S. 228—243, betitelt: „Der Bankzins als Regulator der Warenpreise.“ Obgleich es sich in diesem Artikel nicht direkt um einen Kreditzyklus in bezug auf Paniken handelt, so bezeichnet er doch den Zusammenhang zwischen der Zinsrate auf Bankanleihen und Veränderungen im Preisniveau, welche auf die resultierende Vermehrung und Ver minderung solcher Anleihen zurückzuführen ist. 2 ) Siehe Kinley, Money, New York (Macmillan), 1904, S. 223. 3 ) Siehe Wicksell, a. a. 0.