54 IV. Kapitel. verantwortlich, die in Wirklichkeit der Tatsache zuzuschreiben sind, daß der Zinsfuß vorher nicht hoch genug war. Wäre der frühere Zinsfuß hoch genug gewesen, so würden die Entlehner nicht zuviel Kapital angelegt haben. §5- Die Einschränkung von Anleihen und Depositen ist von einer Abnahme in den Umlaufsgeschwindigkeiten begleitet, und diese wirken zusammen, um eine weitere Preissteigerung zu verhindern, und führen zu einem Pallen derselben. Die Woge hat ihren Höhepunkt erreicht, und eine Keaktion U. ! setzt ein. Wenn nun die Preise nicht mehr weiter steigen, so sollte der Zins- | fuß, welcher sich erhöhte, um die Preissteigerung auszugleichen, wieder fallen. Aber genau so langsam, wie er im Steigen war, so ist er es jetzt im Fallen. Tatsächlich hat der Zinsfuß noch für einige Zeit die Neigung, weiter zu steigen. Der ehemalige Fehler, in der Kapitalaufnahme zuweit gegangen zu sein, zwingt die unglücklichen Opfer dieses Irrtums, noch weiter zu borgen, um ihre Zahlkraft zu schützen. Diese Abnormität kennzeichnet die Periode ganz besonders als „Krisis“. Es werden Anleihen gebraucht, um alte Ver pflichtungen aufrechterhalten zu können oder um die alten Schulden ver mittelst neuer Schulden zu bezahlen. Die Anleihen werden nicht zu neuer Kapitalsanlage benötigt, sondern um Verpflichtungen, welche mit alten (und verhängnisvollen) Kapitalanlagen in Verbindung stehen, nachzu kommen. Das Problem ist nun, wie man sich aus den Schlingen einge gangener Verbindlichkeiten freimachen kann. Es ist das Problem der Liqui dation. Selbst wenn der Zinsfuß zu fallen beginnt, so fällt er langsam, und Zahlungseinstellungen treten noch fortgesetzt ein. Die Entlehner erkennen nun, daß es immer noch schwierig ist, dem, wenn auch niedrig stehenden, Zins zu entsprechen. Sie finden dies besonders, wenn sie un mittelbar, bevor das Steigen der Preise aufhörte, oder gerade, bevor sie zu fallen begannen, Kontrakte abgeschlossen hatten. In solchen Fällen hat man sich über den Zinsfuß geeinigt, bevor eine Veränderung in der Geschäfts lage eingetreten ist. Infolgedessen wird die ausgleichende Erniedrigung des nominalen Zinsfußes, wenn überhaupt eine stattfindet, sehr geringfügig sein. Da es schwer fällt, den Zins zu bezahlen, kommt es zu weiteren Zah lungseinstellungen. Es wachsen die Bedenken, irgendein Wertpapier zu beleihen, es sei denn ein ganz erstklassiges, und auch die Bedenken, Kapital aufzunehmen, werden größer, außer wenn die Aussichten auf Erfolg die günstigsten sind. Die Bankanleihen sind geringfügig, und infolge-