Indirekte Einflüsse auf die Kaufkraft. 59 Wir haben gefunden, daß steigende Preise nach einem höheren nomi nellen Zins und fallende Preise nach einem niedrigeren Zins streben, daß die Anpassung im allgemeinen aber unvollständig ist. Mit einem anfänglichen Steigen der Preise tritt infolge der Tatsache, daß der Zins sich nicht sofort anpaßt, eine Erweiterung der Anleihen ein. Dem kreditsuchenden Unter nehmer bringt dies Gewinn, und sein Bedarf an Anleihen dehnt den Depositenumlauf weiter aus. Durch diese Ausdehnung steigen die Preise noch höher, ein Kesultat, das durch die Steigerung der Umlaufsgeschwindig keiten verschärft wird, wenn es auch einigermaßen durch eine Zunahme des Geschäfts eine Abschwächung erfährt. Wenn sich der Zins den steigenden Preisen angepaßt hat und sowohl Anleihen wie Depositen die durch die Bankreserven und andere Bedingungen festgesetzte Grenze erreicht haben, so macht die Tatsache, daß die Preise nicht mehr steigen, eine neue An passung notwendig. Wer sein Geschäft unverhältnismäßig erweitert hat, findet nun die hohen Zinsraten drückend. Die Folge davon sind Zahlungs einstellungen, die dann eine Handelskrisis hervorrufen. Eine Reaktion setzt ein; die umgekehrte Bewegung nimmt ihren Anfang. Einem einmal be gonnenen Fallen der Preise wohnt die Tendenz zu seiner Beschleunigung inne, und zwar aus Gründen, die mit denen, die in der entgegengesetzten Situation wirken, genau übereinstimmen. V. Kapitel. Indirekte Einflüsse auf die Kaufkraft. §1. Bisher haben wird die Beeinflussung des Preisniveaus durch den Handels umfang, die Umlaufsgeschwindigkeiten des Geldes und der Depositen und durch die Quantität des Geldes und der Depositen in Betracht gezogen. Dies sind die alleinigen Einwirkungen, welche das Preisniveau direkt treffen können. Alle anderen Einflüsse auf die Preise müssen sich durch diese fünf geltend machen. Es gibt Myriaden von Einwirkungen (außerhalb der Verkehrs gleichung), die die Preise mittels der aufgeführten fünf berühren. In diesem Kapitel wollen wir die hauptsächlichsten Einflüsse kennzeichnen, mit Aus nahme derer, welche die Quantität des Geldes (G) betreffen; letztere werden in den beiden folgenden Kapiteln erörtert. Wir wollen zunächst die äußeren Einwirkungen erwägen, die den Um-