66 V. Kapitel. genaue benötigte Summe bekannt ist. Zweitens, und dieser Grund ergibt sich aus dem eben genannten, muß das im voraus bereitgehaltene Geld eine längere Zeit zurückgehalten werden als das Geld, welches eingenommen wurde, nachdem seine Verwendung schon beschlossen war. Kurz, das Bereithalten des Geldes im voraus erfordert a) einen breiteren Spielraum für unvorher gesehene Fälle und b) einen längeren Zeitraum vor seiner Verausgabung, während dessen das Geld unbenützt bleibt. Bei dem System der Bar zahlungen muß der Mann im voraus das Geld unbenützt liegen lassen, damit er nicht in die unangenehme Lage kommt, dann an Geld Mangel zu leiden, wenn er es am notwendigsten braucht. Beim Buchkredit weiß der Mann, daß, selbst wenn er ohne einen Pfennig in seiner Tasche an- getroffen wird, er stets auf Kredit Waren erhält, die er bezahlen kann, sobald er in den Besitz von Geld gelangt. Außerdem braucht dieses Geld nicht lange in seiner Tasche zu liegen. Sobald er es erhalten hat, wird es zur Bezahlung der inzwischen angesammelten Schulden ver wendet. Nun vermindert die Verkürzung der Wartezeit offenbar die vorgetragene Durchschnittsbilanz, selbst wenn am Ende dieselben Summen empfangen und verausgabt werden. So muß ein Arbeiter, welcher $ 7 die Woche verdient und ausgibt, wenn er nicht „belasten“ lassen kann, mit seinem Wochenlohn die ganze Woche ausreichen. Wenn er $ 1 täglich ausgibt, so muß sein wöchentlicher Zyklus an den aufeinanderfolgenden Tagen wenigstens $ 7, $ 6, $ 5, $ 4, $ 3, $ 2 und $ 1 aufweisen. An diesem Zeitpunkt kommen dann wieder weitere $ 7 herein. Dies ergibt einen Durch schnitt von mindestens $ 4. Wenn er hingegen alles gutschreiben lassen und bis zum Zahltage warten kann, um dann den sich ergebenden Verbindlich keiten nachzukommen, so braucht er, wenn er seine $ 7 erst auszahlt, nach dem sie in seinen Besitz gelangen, die ganze Woche hindurch nichts zurück zubehalten. Sein wöchentlicher Zyklus braucht keine höheren Saldi auf zuweisen als $ 7, $ 0, $ 0, $ 0, $ 0, $ 0, $ 0, was einen Durchschnitt von nur $ 1 ergibt. Durch den Buchkredit wird daher der Durchschnittsbetrag des Geldes oder der Bankdepositen, den jedermann zur Hand haben muß, um ent stehenden Ausgaben gewachsen zu sein, verringert. Dies bedeutet eine Erhöhung der Umsatzrate, denn wenn die Leute dieselben Beträge wie zuvor verbrauchen, dagegen aber kleinere Beträge zu ihrer Verfügung halten, so muß der Quotient, der sich aus der Division des verausgabten Betrages durch den in Händen befindlichen ergibt, eine Zunahme zeigen. Wir haben aber gesehen, daß eine Erhöhung der Umsatzrate zu einer Erhöhung des Preisniveaus führt. Folglich führt der Buchkredit zu