72 VI. Kapitel. 1. Selbstverständlich muß ein Banksystem, bevor es in Anwendung kommt, ausgedacht und entwickelt werden. Die Erfindung des Bank wesens hat die Depositenumlaufsmittel möglich gemacht, und ihre An nahme hat zweifellos zu einer großen Zunahme in Depositen und infolge dessen zu einer Steigerung der Preise geführt. Auch im letzten Jahrzehnt hat die Ausdehnung der Depositenbankgeschäfte in den Vereinigten Staaten einen außerordentlich großen Einfluß nach dieser Richtung ausgeübt. In Europa befindet sich das Depositengeschäft noch im Anfangsstadium. 2. Das „Belasten“ geht öfter einer Zahlung per Scheck als einer solchen in bar voraus. Wenn einem Kunden seine Verbindlichkeiten nicht „belastet“ würden, so bezahlte er in bar und nicht per Scheck 1 ). Die letzte Wirkung dieses Verfahrens ist daher, daß das Verhältnis der Scheckzahlungen zu Zahlungen in bar (A! zu A) und das Verhältnis der Depositen zu dem disponiblen Bargelde (G' zu G) erhöht und folglich eine Zunahme im Umfange der Kreditumlaufsmittel herbeigeführt wird, den eine gegebene Geldquantität aufrechthalten kann. Diese Wirkung, die Substitution von Schecks für Zahlungen in bar, ist aller Wahrscheinlichkeit nach das wichtigste Ergebnis des „Belastens“, und sie übt einen gewaltigen Einfluß auf das Steigen der Preise aus. VI. Kapitel. Indirekte Einwirkungen. (Fortsetzung.) § 1. Wir haben nun diejenigen Einwirkungen außerhalb der Verkehrs gleichung in Erwägung gezogen, die den Umfang des Handels (die Q), die Umlaufsgeschwindigkeit des Geldes und der Depositen (U und IV) und die Quantität der Depositen (G') berühren. Die gesonderte Behandlung der äußeren Einwirkungen, welche die Quantität des Geldes (G) betreffen, blieb für dieses und das folgende Kapitel Vorbehalten. Die Haupteinwirkungen können wie folgt klassifiziert werden: 1 ) Andrew, „Credit and the Value of Money“. Sonderabdruck von Papers and Proceedings of the Seventeenth Annual Meeting American Economic Association, Dezember