80 VI. Kapitel. mehrung der vorhandenen Bestände an Barrengold und Goldmünzen hinzufügen. Der Verbrauch von Gold besteht in der Verwendung des Barrengoldes im Kunstgewerbe, seiner Verarbeitung in Juwelier waren, Vergoldungen usw. sowie in den durch Verschleiß, Schiffbruch usw. verursachten Abgängen. Wenn wir uns das Quantum der Goldmünzen und des Barrengoldes als in einem Reservoir enthalten vorstellen, so würde die Produktion den Zufluß aus den Minen und der Verbrauch den Abfluß bedeuten, der durch die Verwendung im Kunstgewerbe sowie durch den Verlust infolge von Zerstörung und Abgang verursacht wird. Dem Einströmen aus den Minen müßte das Wieder einströmen aus der Welt der Goldwaren beigerechnet werden, in welche das Gold zuvor verarbeitet wurde, und die nutzlos geworden sind. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Verbrennung goldener Bilderrahmen zur Gewinnung von Barrengold. Wir wollen zunächst das Einströmen oder die Produktion und dar auf den Ausfluß oder den Verbrauch betrachten. Den Regulator des Zuströmens (das doch in der Praxis mit der Goldproduktion aus den Minen gleichbedeutend ist) bilden die Schätzungen seiner „Grenz produktionskosten“. Der Bergwerksbetrieb ist ein gewagtes Unternehmen und Schätzungen sind bedeutenden Irrtümern unterworfen. Doch wie irrig die Kostenvoran schläge auch immer sein mögen, so üben sie doch eine regulierende Macht auf die Produktion aus. Wenn der Kostenvoranschlag für die Produktion eines Dollars in Gold geringer ist als der bestehende Wert eines Golddollars, dort wird er normalerweise produziert werden. Wenn hingegen die Produktionskostenschätzungen den bestehenden Wert eines Golddoflars übersteigen, wird er normalerweise nicht produziert werden. Im ersten Falle ist die Goldproduktion gewinnbringend, im letzteren Falle ist sie unrentabel. Es gibt hier einen mittleren oder neutralen Punkt, wo die einträgliche Produktion unter normalen Verhältnissen aufhört und die unrentable beginnt, ein Punkt, wo die Produktionskosten von $ 100 genau $ 100 betragen. Die Kosten an diesem Punkt werden die Grenz- kosten der Produktion genannt. Für die ergiebigsten Minen sind die Produktionskosten äußerst gering. Von diesem niedrigen Satze steigen die Kosten bei den anderen Minen allmählich an, bis der Kosten punkt in der Grenzmine erreicht ist, bei welcher die Unkosten dem Werte des Produktes gewöhnlich gleich sind. Tatsächlich gibt es einen Produktionsgrenzpunkt, nicht für die verschiedenen Minen, sondern für jede einzelne Mine. Die Tatsache, daß die Kosten im allgemeinen mit der Produktionssteigerung wachsen, ist darauf zurückzuführen,