Indirekte Einwirkungen. 87 wie bei einem Pendel, das durch die Gleichgewichtslage hin und her schwingt, stets eine Tendenz sie zu erreichen. Es bedarf wohl keiner Erwähnung, daß unser mechanisches Diagramm nur den Zweck hat, ein Bild der hauptsächlichsten variablen Größen zu geben, die in dem in unsere Erörterung aufgenommenen Problem enthalten sind. Es bildet weder an sich selbst ein Argument, noch fügt es irgendeinen neuen Faktor bei; auch darf nicht angenommen werden, daß es ausdrücklich alle zu berücksichtigenden Faktoren umfaßt. Doch setzt uns dieses Diagramm in den Stand, die in der Bestimmung der Kaufkraft des Geldes enthaltenen Hauptfaktoren zu erfassen. Es ermöglicht, die nachstehenden wichtigen Variationen und deren Wirkungen zu beobachten und zu verfolgen: Erstens, wenn eine Erhöhung der Goldproduktion eintritt—die, wie wir einmäl annehmen wollen, durch Entdeckung neuer Minen oder durch ver besserte Ausbeuteverfahren in alten Minen veranlaßt würde so kann diese durch eine Vermehrung in der Anzahl oder in der Größe der Zuflüsse in das G b Reservoir dargestellt werden. Die Folge davon wird, wie klar ersichtlich, eine Vermehrung des „Zuflusses“ in das Barrengoldreservoir und von diesem in das Umlaufsmittelreservoir sein, und dieser Zufluß wird infolge dessen ein allmähliches Vollfüllen beider Reservoirs sowie eine Abnahme der Kaufkraft des Geldes herbeiführen. Diesem Prozeß wird schließlich durch eine Zunahme im Verbrauch Einhalt geboten. Und wenn die Produktion und der Konsum emander gleichkommen, wird das Gleichgewicht wieder hergestellt. Es ist klar, daß eine Erschöpfung der Goldminen in genau umgekehrter Weise wirksam wird. Wenn zweitens eine Zunahme im Verbrauch des Goldes eintreten sollte wie z. B. durch einen Wechsel in der Mode, so kann dies durch eine Ver mehrung m der Anzahl oder in der Größe der Abflüsse aus G b dargestellt werden. Das Ergebnis ist dann ein allmähliches Abfließen aus dem Barren goldreservoir und infolgedessen eine Inhaltsverminderung des Umlaufs mittelreservoirs; es tritt nun eine Erhöhung in der Kaufkraft des Goldes ein, der schließlich durch eine Zunahme der Förderung aus den Minen und auch durch Abnahme des Konsums Einhalt geboten wird. Wenn die erhöhte Produktion und der verminderte Verbrauch einander gleichkommen, ist das Gleichgewicht wieder erreicht. Wenn die Verbindung zwischen dem Umlaufsmittel- und dem Barrengold reservoir mittelst eines Ventils abgesperrt wird, d. h. wenn die Münzstätten geschlossen werden, so daß das Barrengold nicht in das gemünzte Gold fließen kann (dem seinerseits ein Rückströmen ins Barrengold nicht ver wehrt wird), dann wird die Kaufkraft des Goldes als Geld eine größere wer