88 VI. Kapitel. den, als dessen Wert als Barrengold ist. Jede Zunahme in der Produktion des Goldes wird darauf gerichtet sein, nur das Barrengoldreservoir zu füllen und den Abstand der Oberfläche von der Linie oo zu verringern, d. h. den Wert des Barrengoldes zu erniedrigen. Die Oberfläche der Flüssigkeit in dem Geldreservoir wird der Linie oo nicht näher gebracht. Sie kann bei all mählichem Verlust sogar noch weiter von ihr entfernt werden. Mit anderen Worten: die Kaufkraft des Geldes wird durch ein solches Ventil gänzlich unabhängig vom Werte des Barrengoldes gemacht, woraus es zuvor erzeugt worden ist. Ein Beispiel für dieses Prinzip ist in der Geschichte der Silberumlaufs- mittel in Indien zu finden. Nach langen Verhandlungen wurden im Jahre 1893 die indischen Münzstätten dem Silber verschlossen. Vor jener Zeit folgte der Wert des gemünzten Silbers genau dem Werte des Barren - silbers; die Schließung der Münze brachte jedoch sofort eine Abweichung zwischen den beiden hervor. Die Rupie ist seitdem vom Silber unab hängig geblieben, und während der ersten sechs Jahre — bis 1899 — war sie auch unabhängig vom Gold. Das gegenwärtige Verhältnis der Rupie zum Gold soll im nächsten Kapitel erörtert werden. Wir haben nun, mit Ausnahme einer einzigen, alle von außen kommen den Einwirkungen auf die Verkehrsgleichung untersucht. Diese eine besteht im Charakter des Geld- und Banksystems, der die Quantität des Geldes und der Depositen berührt. Eine spezielle Erörterung dieses Punktes behalten wir uns für das nächste Kapitel vor. Inzwischen ist es noch bemerkenswert, daß fast alle entweder die Quantität oder die Umlaufsgeschwindigkeiten berührenden Einwirkungen sich hauptsächlich in der Richtung einer Preis erhöhung geltend gemacht haben und sich noch immer geltend machen. Fast die einzige entgegengesetzte Einwirkung übt die Steigerung des Handelsvolumens aus, doch wird diese teilweise durch erhöhte, der Zunahme des Handels selbst zuzuschreibende Umlaufsgeschwindigkeiten neutralisiert. Hierbei muß bemerkt werden, daß sich einige der in diesem und dem vorhergehenden Kapitel erörterten Einwirkungen auf mehr als eine Weise geltend machen. Nehmen wir z. B. technisches Wissen und Erfindung, die durch eine Steige rung des Handelsvolumens auf die Verkehrsgleichung einwirken. Insofern als diese den Handel vergrößern, besteht eine Tendenz zu einer Preiser niedrigung; insofern sie aber die Metallurgie und die anderen Gewerbe, die die Produktion erhöhen und den Transport der Edelmetalle erleichtern, zur Entwicklung bringen, tragen sie zu einer Erhöhung der Preise bei. Sofern Technik und Erfindungen den Transport und die Übertragung des Geldes und der Depositen rascher gestalten, führen sie ebenfalls eine Steigerung