Einwirkung der Geldsysteme auf die Kaufkraft. 89 der Preise herbei. Sofern sie zur höheren Entwicklung des Bankwesens führen, bringen sie gleicherweise eine Steigerung der Preise hervor, und zwar durch die Vermehrung des Depositenumlaufs (G') und ebenso durch die Er höhung der Umlaufsgeschwindigkeit des Geldes wie der Depositen. Soweit sie zur Konzentration der Bevölkerung in den Städten führen, erhöhen sie die Preise durch Beschleunigung der Zirkulation. Schließlich herrscht eine Tendenz zu einem Fallen der Preise, insofern als sich durch diese oder jene Ursache der Umsatz pro Kopf der Bevölkerung vergrößert. Das Endergebnis der Entwicklung der Gewerbe während einer gewissen Zeitperiode hängt davon ab, nach welcher Richtung sich vor wiegend die Gewerbe entwickeln. VII. Kapitel. Einwirkung der Geldsysteme auf die Kaufkraft. §1. Bisher haben wir die die Kaufkraft des Geldes bestimmenden Ein wirkungen erörtert, bei denen das in Umlauf befindliche Geld durchgehend von Einer Gattung ist. Die im vorhergehenden Kapitel gegebene Illustration lehrt, wie der Geldmechanismus arbeitet, wenn ein einziges Metall in Ge brauch ist. Wir haben nun die Geldsysteme zu untersuchen, bei welchen mehr als eine Art Geld in Anwendung kommt. Eine der ersten Schwierigkeiten in der frühesten Geschichte des Geldes bestand darin, zwei oder mehr Metalle im Umlauf zu erhalten. Wurde eins der beiden Metalle billiger als das andere, so vertrieb das billigere Metall das teurere. Diese Tendenz wurde ungefähr im Jahre 1366 von Nicolas Oresme, dem nachmaligen Bischof von Lisieux in einem Bericht an Karl V. von Frankreich und von Kopernikus um 1526 in einem für Sigismund I, König von Polen geschriebenen Bericht oder Traktat erwähnt 1 ). Macleod gab, bevor er von den früheren Formulierungen von Oresme und Kopernikus * 2 ) erfuhr, in seinen im Jahre 1857 veröffentlichten Elements of Political Eco nomy 3 ) zu Ehren von Sir Thomas Gresham, welcher das Prinzip in der Mitte 1) Henry Dunning Macleod, Tlie Eistory of Economics, New York (Putnam), 1896, S. 37 u. 38. 2 ) Macleod, a. a. 0. S. 38 u. 39. 3 ) S. 477.