122 VIII. Kapitel. werden, gibt es, soweit die Umlaufsgeschwindigkeit in Betracht kommt, nichts, was das Preisniveau vor einer Verdoppelung bewahren könnte. Es kann z. B. nicht bewiesen werden, daß (ausgenommen in Perioden des Überganges) eine Zunahme in der Quantität des Geldes die Tendenz habe, die Umlaufsgeschwindigkeit dieses Geldes zu vermindern. Leute, die diesem Gegenstand niemals Beachtung geschenkt haben, sind der Meinung, daß die Preise keineswegs zu steigen brauchen, wenn die Quantität des Geldes urplötzlich eine Verdoppelung erführe, da die Wirkung sich ein fach in einer Halbierung der Umlaufsgeschwindigkeit äußern würde. Dies wäre der Fall, wenn sich das Publikum aus irgendeinem unerklärlichen Grunde entschlösse, unter Beibehaltung genau derselben Ausgaben das doppelte Quantum des Geldes in Händen zu behalten. Wir haben aber gesehen, daß die Umlaufsgeschwindigkeit des Geldes durch die Gewohnheiten des Publikums bestimmt wird. Die Leute finden die Höhe des Betrages, der ihrem persönlichen Aufwande gemäß der angemessenste ist, selbst heraus. Wenn demnach Geld und Aufwand mit Rücksicht auf die Bequemlichkeit des Publikums sich gegenseitig anpassen, so bedeutet das, daß bei einem gegebenen Preisniveau eine jede Erhöhung des in Händen befindlichen Betrages sich als unbequemer Überfluß erweisen würde. Um das Bild zu vervollständigen, wollen wir annehmen, daß der in den Vereinigten Staaten tatsächlich in Umlauf befindliche und auf den Kopf berechnete Durchschnittsgeldbetrag außerhalb des Schatzamtes und der Banken dieses Landes ungefähr $ 15 beträgt, und daß ein geheimnisvoller Weihnachtsmann den im Besitz jedes Individuums befindlichen Geldbetrag plötzlich verdoppele. Das heißt, wir nehmen an, daß das Durchschnitts individuum, das vorher $ 15 besaß, nun $ 30 besitzt. Statistischen An gaben gemäß verändert sich der auf den Kopf berechnete und in Umlauf befindliche Durchschnittsbetrag von Monat zu Monat nur um einige Cents. Während der durchschnittliche Betrag der flüssigen Barmittel eines Indi viduums auf Grund seiner Einnahmen und Ausgaben notwendigerweise schwankt, ist der Durchschnittsbetrag der flüssigen Barmittel, der aus den einzelnen Personen bestehenden großen Masse nur geringen Schwankungen unterworfen. Wenn nun zur Gesamtzirkulation plötzlich der so große Zu schlag von weiteren $ 15 per capita kommt, so werden die meisten Leute nur den Gedanken haben, wie man sich von dieser unbequemen Vermehrung ihres üblichen Bargeldes befreien kann. Wenn das Geld im Strumpfe oder im Geldschranke aufbewahrt, in die Erde vergraben oder in das Meer ver senkt würde, so könnte es keinerlei Tendenz zu einer Erhöhung der Preise herbeiführen. Statt dessen wird man aber trachten, von diesem Gelde