122 Pestkarbunkel und septichämische Pest werden nur wenig an getroffen; alle übrigen Arten gehören zu den größten Seltenheiten. Die ungünstigste Prognose bieten Dungen-, Darm-, Augenpest und dergleichen; die Bubonenpest dagegen weist eine verhältnismäßig niedrige Sterblichkeitsziffer auf. Die sich bei der Bubonenpest bildenden Beulen liegen zumeist in der Leistengegend; öfters sodann werden die Achsel- und Halsdrüsen befallen, weit seltener die Parotis, Glandula submaxillaris, Glandula cubitalis usw. und nur ganz aus nahmsweise Mandel- und Kniebeugedrüsen (Tab. IX und X). Tabelle XI. Die Pestfälle i8g8—igog nach dem Geschlecht. Volksstamm Geschlecht Erkran- Todes- kungen fälle absolut absolut Erkran kungen relativ Von 100 männ lichen bez. weib lichen Erkrank ten starben J apaner männlich 785 446 62,20 56,82 weiblich 477 290 37,80 60,80 zusammen 1 262 736 Formosaner männlich 12 348 5 830 46,54 79,61 weiblich 14 184 11 563 53,46 81,52 zusammen 26 532 17 393 b) Auffallend sind die Unterschiede, die sich ergeben, wenn man J apaner und Formosachinesen hinsichtlich der Geschlechter mit einander vergleicht. Bei den Japanern nämlich wird, wie dies auch im Mutterlande der Fall ist, die Pest im allgemeinen häufiger unter den Männern als unter den Frauen angetroffen; bei den For mosachinesen ist es umgekehrt: hier kommt die Pest häufiger unter den Frauen vor als unter den Männern. Über die Ursache dieser Erscheinung herrscht noch keine Klarheit; jedenfalls wird die ab weichende Lebensweise und Sitte dabei mitsprechen. Ob und in welchem Maße die verstümmelten Füße der Frauen steigernden Einfluß auf die Pestempfänglichkeit haben, läßt sich erst recht nicht sagen. Die Mortalität der Frauen ist sowohl bei Japanern als auch bei Formosachinesen ungünstiger als die der Männer (Tab. XI).