Somit hat der Finanzminister den umlaufenden Charakter von \ A 800 Millionen Rubel anerkannt; er mußte daher neben demNG'fey samt- auch das Reinausgabebudget anführen. Dann ist es aMtk unbegreiflich, warum er uns auch nicht eine Berechnung des Netto einnahmebudgets geben will. Nach unseren Berechnungen, deren Grundlage wir oben an gegeben haben, haben 900 Millionen Rubel unseres Budgets einen umlaufenden Charakter. Abstrahieren wir dieselben, so nimmt das Ausgabebudget pro 1909 folgende Gestalt an: Das System des Reichskredits . . 395 Milk Rubel oder 25,7 °/o Armee und Flotte 534,7 » » » 34,7 * Zivilverwaltung 610 » » » 39,6 » Noch im Jahre 1881 sah der damalige Finanzminister A. A. Abasa die Hauptursache der Zerrüttung der russischen Finanzen in den übermäßigen Ausgaben für die Erhaltung und Entwicklung der Militärkräfte des Landes, die für sich fast einen dritten Teil des gesamten Ausgabebudgets in Anspruch nahmen. Während der verflossenen 30 Jahre hat sich diese Norm nicht vermindert. In Wirklichkeit wurde für die Bewaffnung des Reiches noch viel mehr ausgegeben. Ein beträchtlicher Teil unserer Reichsanleihen wurde zwecks Kriegsführung gemacht; die Mehrzahl der Eisen bahnen, die mit einem Verlust arbeiten, wurde aus strategischen Gesichtspunkten gebaut, aut Grund der direkten Forderung des Kriegsministers. Diese imperialistische Richtung unserer auswär tigen Politik ist die Ursache der gegenwärtigen russischen ökono mischen und finanziellen Depression. Jahrzehnte hindurch hat die Regierung alle Mittel, die sie aus dem Volke auszupressen ver mochte, für Krieg und Kriegsrüstungen ausgegeben. Diese Hyper trophie der Offensions- und Defensionsorgane hatte eine vollstän dige Schwächung unseres Volksorganismus zur Folge. Rußland erstickt unter der Last seiner Bewaffnung*). ') Das Wachstum der Produktivkräfte ist indessen auch vom rein mili tärischen Standpunkt notwendig. Es ist vorauszusehen, daß in 2—3 Jahr zehnten die Ausgaben der Großmächte für Kriegszwecke sich verdoppeln bzw. verdreifachen werden. Für die Länder, die ihre Produktivkräfte rasch ent wickeln, wird ein solches Wachstum der Ausgaben für die Armee und Flotte sehr schwer sein, aber nichtsdestoweniger möglich. Für Rußland dagegen, das schon jetzt unter der Last seiner Rüstung seufzt, kann eine weitere Ver mehrung der Militärausgaben gerade zur Katastrophe führen. Diese Seite des Problems wird von unseren kampfeslustigen Nationalisten vollkommen ignoriert, ihre Politik dient nur den Interessen des Augenblicks und ist jeder Einsicht bar.