39 dünger verbraucht, als irgendein anderes Land der Welt, so lässt sich leicht zeigen, dass sie noch erheblich grössere Mengen aufnehmen könnte. Der Stickstoffgehalt der deutschen Ernte wird auf 2,5 Millionen Tonnen geschätzt. Etwa 1,5 Millionen davon kehren durch natürliche Düngung in den Boden zurück, während eine Million Tonnen durch die Flüsse den Meeren zufliesst, um den Fischen als Nahrung zu dienen, oder auf andere Weise der Landwirtschaft ver loren geht. Wenn nun auch durch die Gewitter eine nicht unbeträchtliche Menge Stickstoff in Form von salpetriger Säure gebunden und durch die Bakterien der Leguminosen erhebliche Mengen dem Boden aus der Luft zugeführt werden, so beträgt der in Form Von Salpeter und Ammoniak zugeführte Stickstoff doch nur 150 000 Tonnen, also etwa den siebenten Teil jener Million. Wollte man aber auf den 180 Millionen Hektar deutschen Getreide- und Kartoffellandes rationelle In tensivwirtschaft betreiben, um jenen Auslandstribut an landwirtschaftlichen Produkten zu vermindern, so könnte man gut die zehnfache Menge des jetzt künstlich zuge führten Stickstoffdüngers unterbringen, ohne eine schäd liche Konkurrenz auf dem Stickstoffmarkt befürchten zu müssen. Unter diesen Umständen hat es nicht an Versuchen Luftsalpeter gefehlt, den Stickstoff, der uns in der Luft in unge messenen Mengen zur Verfügung steht, auf syntheti schem Wege in assimilierbare Form zu bringen, was noch dadurch eine erhöhte Bedeutung gewinnt, dass die chilenischen Salpeterlager in der Zeit von wenigen Menschenaltern erschöpft sein werden, und dass der jungfräuliche Boden Amerikas und anderer getreide bauender Länder mehr und mehr an Stickstoff verarmt. Ist die technische Elektrolyse auf dem salz- und