42 diesem Problem beschäftigt hatte, zur technischen Aus führung gebracht worden. Obwohl es bekannt war, dass sich Wasserstoff und Stickstoff unter gewissen Bedin gungen in sehr geringen Mengen miteinander vereinigen, so hielt man die technische Darstellung des Ammoniaks aus seinen Elementen bisher für undurchführbar, weil die Trägheit des Stickstoffs bei niedrigen Temperaturen und seine geringe Verwandtschaft zum Wasserstoff bei hohen Temperaturen einen praktischen Erfolg auszu- schliessen schienen. Haber gelang es jedoch, in Gegen wart gewisser reaktionsbeschleunigender Metalle, wie Osmium, Uran u. a., und unter Drucken von 150 bis 200 Atmosphären bei Temperaturen von 500—550° in der Tat einen Umsatz von 9 Volumprozent des Stick stoff-Wasserstoffgemisches zu erzielen. Stellt man einen Kreislauf her, in welchem das Gasgemisch unter dem ge nannten Druck an einer Stelle bei der Reaktionstempe ratur der Einwirkung der Kontaktsubstanz und an einer andern Stelle einer starken Temperaturniedrigung aus gesetzt wird, so gelingt es, an dieser das gebildete Ammoniak in flüssigem Zustande dauernd abzuzapfen. Die Badische Anilin- und Sodafabrik ist bereits mit dem Bau einer grossen Betriebsanlage beschäftigt, und in der Tat scheint dieses Verfahren berufen zu sein, die Stickstofffrage ihrer Lösung um einen bedeutenden Schritt näher zu bringen. Es besitzt vor den vorher ge nannten den Vorzug, dass es nicht an grosse elektrische Energien gebunden ist, und dass die Bildung aus den Elementen eine sehr einfache Reaktion ist. Allerdings müssen diese in möglichster Reinheit zur Verfügung stehen. Aber auch hierfür hat die Industrie schon vorge sorgt. Es ist bereits der Tatsache gedacht worden, dass Chlor, Wasserstoff und Sauerstoff in grossem Massstabe