unserer Landwirtschaft und der Ernährung unseres Volkes dienstbar zu machen. Salpetersäure Da man schliesslich das Ammoniak nach einem Ver fahren von K. F. Kuhlmann*) mit Luft in Gegenwart; von Platin zu Salpetersäure verbrennen kann, so ist auch die Möglichkeit gegeben, aus heimischen Produkten die Salpetersäure zu gewinnen, deren deutsche Jahrespro duktion im Werte von 35 Millionen Mark gegenwärtig ausschliesslich aus Chilesalpeter stammt. Sprengstoffe Diese bedeutenden Mengen Salpetersäure werden zum grossen Teil in der Industrie der Teerfarbstoffe, aber in noch grösserem Massstabe in der Sprengstoff industrie verbraucht, die in den letzten 25 Jahren in Deutschland eine gewaltige Umwälzung erfahren hat. Schwarz- Das alte Schwarzpulver besteht bekanntlich aus pulver einem Gemisch von leicht zündbarem Schwefel, brenn barer Kohle und sauerstoffabgebendem Salpeter, das auch bei feinster Mahlung doch immer nur ein rohes Gemenge bildet und verhältnismässig langsam abbrennt. Die heutige Sprengstofftechnik verwendet Stoffe, die die zur Verbrennung geeigneten Elemente im Molekül selbst vorrätig haben. Das Verbrennungsmaterial be steht aus Kohlenstoff und Wasserstoff, die von dem 1 im Molekül verfügbaren Sauerstoff gleichsam durch eine Stickstoffwand getrennt sind. Die Rolle des zündenden Schwefels übernimmt hier die sogenannte Initialzündung, meistens aus einer sehr geringen Knallquecksilbermenge bestehend, die bei der Detonation auf einen Teil des Sprengstoffs einen so heftigen Schlag ausführt, dass die Stickstoffwand zerschmettert wird und unter plötz- *) Ann. d. Chem. u. Pharm. 1839. 29. 280.