45 licher Auslösung grosser Wärmem engen eine innere Ver brennung vor sich geht, die sich durch die ganze Masse fortpflanzt. Während 1 kg Schwarzpulver in Vioo Se kunde abbrennt, kann man dieselbe Menge Schiessbaum wolle in Veoooo Sekunde in gasförmige Verbrennungs- prodükte von hoher Temperatur verwandeln, wobei momentan eine ungeheure Spannkraft entsteht. Die von dem Württemberger Schönbein in Basel und Chr. Böttger in Frankfurt a. M. schon 1846 entdeckte, durch die Einwirkung von Salpetersäure auf Baumwolle in Gegenwart starker Schwefelsäure entstehende Schiess- Schiess- baumwolle hat jedoch erst in den achtziger Jahren als baumwolle wirkliches Schiessmittel Verwendung gefunden, nachdem es gelungen war, die erwähnte, für Schiesswaffen un geeignete grosse Verbrennungsgeschwindigkeit zu massi gen und den ballistischen Anforderungen der Waffen- technik genau anzupassen. Dies geschah, indem man der Schiessbaumwolle ihre faserige Struktur nahm und sie durch sogenannte Gelatinierung mit gewissen Lösungs mitteln, wie Azeton, Essigäther, Aetheralköhol u. a., in eine plastische, beliebig formbare Masse verwandelte. Noch einen Schritt weiter ging der geniale, durch seine grossartigen Preisstiftungen bekannte Schwede Alfred Nobel, dem die Sprengstofftechnik bereits das Dynamit verdankte, als er statt jener Gelatinierungsmittel selbst einen starken Sprengstoff, das Nitroglyzerin, verwen dete, wodurch nun ausserordentlich brisante Schiess- und Sprengmittel gewonnen wurden.*) Da man es bei der Baumwolle mit einem nicht immer ganz gleichartigen Naturprodukt zu tun hat, und *) Vgl. B. Lepsius. Das alte und das neue Pulver. Verh. der Vers, deutscher Naturforscher und Aerzte. Leipzig. 1891. I. 17. W ! ! 1