62 extrahiert hatte, war 1850 in die Hände von K. Oehler übergegangen, der 1860 die Fabrikation von Mauve auf- nimmt und bald das Fuchsin und ein schönes Anilinblau in den Handel bringt. In demselben Jahre richtet die Farbenhandlung von Friedrich Bayer in Elberfeld eine Fuchsinfabrik ein. 1863 nehmen Meister Lucius und Brüning in Höchst a. M. dieselbe Fabrikation auf „mit Unterstützung eines Chemikers und einer dreipferdigen Dampfmaschine“. Das Pfund Fuchsin kostet noch 20 Taler, aber nach Jahresfrist sinkt der Preis auf 8Taler.*) Gleichzeitig entsteht die Farbenfabrik von Wil helm Kalle in Biebrich a. Rh. und zwei Jahre darauf, 1865, die Badische Anilin- und Sodafabrik in Mann heim, die aber bald infolge eines gegen die Ausdehnung des Welkes gerichteten Beschlusses der Stadtverwal tung ihren Sitz auf bayerisches Gebiet nach Ludwigs hafen verlegt. Ferner errichtete 1870 die seit Anfang des vorigen Jahrhunderts bestehende Farbenhandlung Cassella & Cie. eine Anilinfarbenfabrik in Mainkur bei Frankfurt a. M., und 1873 gründeten C. A. von Martius und P. Mendelssohn-Bartholdy die Aktien-Ge- sellschaft für Anilinfabrikation in Rummelsburg bei Berlin. ! Heute finden wir eine wesentlich veränderte Situ ation. Dem Zuge der Zeit folgend, haben sich, um einer vornehmlidh dem Auslande zugute kommenden» weitgehenden Konkurrenz vorzubeugen, Interessen gemeinschaften gebildet, durch die gleichzeitig eine erhebliche Verminderung der General-, Patent- und Pro zesskosten erreicht wurde. 1904 schlossen sich die Werke *) Farbwerke vorm. Meister Lucius u. Brüning, 1863—1913. Jubiläumsschrift. Höchst a. M. 1913.