64 Alizarin Steirikohlenteer den herrlichen Farbstoff des Krapps oder, das wohltätige Chinin zu machen." Der erste epochemachende Schritt auf diesem Wege war in der Tat die Synthese dieses „herrlichen Krapp farbstoffes", des Alizarins, aus dem Anthrazen des Stein kohlenteers durch C. Gräbe und C. Liebermann in Berlin im Jahre 1869. Sie ging aus dem Laboratorium und der Forschungsrichtung von Adolf von Baeyer hervor, dem Schüler Kekules und späteren Nachfolger Liebigs. Die schwierige Aufgabe, diese Erfindung zur tech nischen Durchführung zu bringen, wurde von Heinrich Caro in der Badischen Anilin- und Sodafabrik mit Hilfe alkalischer Verschmelzung der Anthrachinonsulfosäure gelöst, einer kürz vorher von H. Wichelhaus bei der Bereitung von Naphthol in die Technik eingeführten., für die Farbenchemie äusserst fruchtbar gewordenen Reaktion.*) Auf das erste, wegen der Verwendung von Brom technisch undurchführbare Verfahren hätten Gräbe und Liebermann am 23. März 1869 in Preussen ein Patent erhalten. Die Patentierung des neuen brauchbaren Weges über die Sulfosäure aber wurde von der techni schen Deputation des preussischen Handelsministeriums versagt,**) weil diese Methode gegenüber der ersten „keinen Erfindungsgedanken enthalte". Durch diese Ent scheidung war das unbrauchbare Verfahren in Deutsch land geschützt, das brauchbare aber ungeschützt und *) A. Wichelhaus. Organische Farbstoffe. Dresden, 1909. S. 34 und Derselbe: Sulfiren, Alkalischmelze der Sulfosäuren, Este- rifizieren. Leipzig 1911. S. 97. **) Erinnerungen an die technische Deputation für Gewerbe im. Jahrbuch des Vereins deutscher Ingenieure. 1911, 3, 265.