67 5* hellsten Tönen der Morgenröte bis zum leuchtenden Rot der Cochenille und zum tiefsten Scharlach geben. Trotz hoher Preise finden sie bald Eingang in der Seidenfärberei und beherrschen die Mode der Damen. Es gibt aber noch kein deutsches Patentgesetz; das Verfahren wird geheimgehalten. Hof mann jedoch löst das Geheimnis, enträtselt die Abstammung des Eosins vom Resorcin, und alsbald werden die neuen Farbstoffe Allgemeingut. Aber schon glänzt ein neuer Regenbogen am Him mel der Farbenchemie. Der Sohn eines Schmiedes aus einem Dörfchen bei Kassel am Fusse des Meissner, Peter Griess, hat das Kolbesehe Laboratorium in Marburg besucht, kurze Zeit in der Oehlerschen Teer destillation in Offenbach gearbeitet und kömmt 1858 als Assistent Hofmanns nach London. Durch Hof mann lernt er 1862 den Direktor der Brauerei Allsopp & Sons, Heinrich Böttinger, kennen, den Vater des langjährigen Direktors der Elberfelder Farbenfabriken und bekannten Parlamentariers H. T. von Bö'ttinger. Als Betriebschemiker dieser grössten Brauerei Englands hat Peter Griess über ein Vierteljahrhundert in Burton on Trent gewirkt. Aber der Geist des Hof mann sehen Laboratoriums verlässt ihn nicht, und mit dem Forschungseifer des Gelehrten widmet er jede Mussestunde seiner stillen wissenschaftlichen Lebens arbeit. Jedem Chemiker ist die Diazoreaktion von GriessAzofarbstoffe bekannt; wie der rote Faden durch die Taue der eng lischen Marine zieht sie sich durch die Industrie der organischen Farbstoffe. Als ihn Caro 1876 besucht, zeigt ihm Griess eine ganze Sammlung der schönsten Farbstoffpräparate. Die Griesssche Reaktion hat zu der