71 Zwischenprodukts, der Chloressigsäure, musste die Chlorfabrikation aufgenommen werden, die nach dem Griesheimer elektrolytischen Verfahren eingerichtet wurde. Welche Summen diese Anlagen verschlangen, ergibt sich daraus, dass bis zum Jahre 1900 in Ludwigs hafen 18 Millionen Mark für die Indigofabrik investiert wurden. Aber auch die Höchster Farbwerke hatten das Problem seit 20 Jahren bearbeitet, und kürze Zeit nach dem 1 Erfolge der Badischen Fabrik wurden auch diese Bemühungen von Erfolg gekrönt, indem man sich eine wichtige Beobachtung von J. Pfleger in der Deutschen Gold- und Silberscheideanstalt in Frankfurt a. M. zu nutze machte, wonach eine schon lange bekannte, vom Anilin ausgehende Indigobildung nach C. Heumann unter Anwendung von Natriumamid wesentlich bessere Ausbeuten lieferte als mit dem bis dahin bei der Phenyl glyzinschmelze verwendeten Alkali, dessen Wassergehalt schädlich wirkte. Man erkannte alsbald, dass man das wasserzersetzende metallische Natrium mit gleichem Er folge verwenden konnte. Da sich ausser dem Anilin auch die meisten übrigen Zwischenprodukte im offenen Markte befanden, bedurfte es hier keines grossen An lagekapitals, und schon im Jahre 1901 konnte man in Höchst mit der Fabrikation Von Indigo aus dem Anilin beginnen, das 75 Jahre zuvor, wie bereits erwähnt, von Otto Unverdorben durch Destillation von Indigo zum erstenmal dargestellt worden war. Als der deutsche Indigo 1897 auf den Markt kam, betrug die Weltproduktion von Pflanzenindigo 6 Mil lionen kg, auf lOOprozentige Ware gerechnet, im Werte von 80 Millionen Mark. Schon 1900 war diese! Produk tion stark 1 gesunken; sie ist jetzt auf ein Sechstel zurück-