78 Mittels war auch ganz zufällig beobachtet worden. Bei physiologischen Stoffwechselversuchen mit schwefel haltigen Stoffen bediente man sich im Baumannschen Laboratorium zu Freiburg i. B. dieser dort gerade dargestellten Verbindung, war aber erstaunt, dass das Versuchstier, ein Hund, nach Verabreichung des Sulfo- nals in einen dauerhaften Schlummer versetzt wurde. Es lag nahe, diese überraschende Wirkung durch die Anwesenheit zweier Aethylgruppen zu deuten, wie eine solche auch im gewöhnlichen Alkohol vorhanden ist. Die Ansicht bestätigte sich, als man durch die Einführung einer dritten und vierten Aethylgruppe aus dem Sulfonal einTrional und einTetronal herstellte, deren hypnotische Wirkung mit der Zahl dieser Gruppen in der Tat anstieg. Es begannen nun vergleichende klinische Versuche, in denen man die Wirkung der verschiedensten Atom gruppierungen studierte, die in manchen Fällen wichtige Beziehungen zwischen chemischer Konstitution und phy siologischer Wirkung zu erkennen gaben. Wenn wir uns auch heute noch mit der Auffindung solcher Be ziehungen am Anfänge eines langen und schwierigen Weges befinden, so wird sie doch dadurch erleichtert, dass sich inzwischen ein umfangreiches Versuchsmaterial angesammelt hat. Finden sich doch in den Zusammen stellungen Von J. D. Riedel bis zum Jahre 1912 über 5000 chemische Präparate verzeichnet, die alle eine Heil wirkung haben sollen und der leidenden Menschheit angeboten wurden. Es versteht sich von selbst, dass ein erheblicher Teil derselben ein Eintagsleben führte und mit dem Empfange eines mehr oder weniger schönen Namens seine ephemere Rolle ausgespielt hatte. Aber bei manchen dieser Mittel zeigte sich, dass man