79 auf richtigem Wege war, dass sich die Voraussetzungen bestätigten, aus denen sie hervorgegangen waren, und aus der Menge !der Präparate hoben sich manche heraus, die sich in jahrelanger Prüfung bewährt und als heilsame Präparate in den Arzneischatz aufgenommen werden konnten. Aus dem Gewirr der Tatsachen ergaben sich Richtlinien, die zu neuen Versuchen anregten und neue heilbringende Wege eröffneten. So fanden neben dem Knorrschen Antipyrin, das Antipyretica von den Höchster Farbwerken eingeführt wurde und unter den synthetischen Heilmitteln wohl den grössten materiellen Erfolg gehabt hat, das Tolupyrin und das Salipyrin Aufnahme, ferner das mandelsaure Antipyrin oder Tussol als Mittel gegen Keuchhusten, das Valeryla- minoderivat als Neopyrin, und endlich das allmählich, aber länger andauernd wirkende und dreimal so kräftige Pyramidon, das Amin des Antipyrins. Neben dem Aze- tanilid erschien sein Aethoxyderivat, das Phenazetin, das als billigstes Antipyreticum eine grosse Bedeutung ge wann, ferner das stärker beruhigende und leicht hypno tisch wirkende Laktophenin und das zugleich antiseptisch wirkende Aminophenazetin oder Phenokoll. Aber alle diese synthetischen Antipyretica haben doch das alte Malariamittel, das Chinin, nicht erreicht, das trotz des bitteren Geschmacks und des hohen Preises seine sou veräne Stellung nicht verloren hat. Das Studium der Pflanzenalkaloide, Strychnin, Atro- Anästhetica pin, Brucin, Cocain, Codein, Coniin usw., von denen die meisten synthetisch aufgebaut worden sind, hat manche wichtigen Aufschlüsse über den Zusammenhang zwischen Konstitution und physiologischer Wirkung ge geben, die zur Auffindung neuer Heilmittel angeregt haben. Als Beispiel mag das Cocain gelten, das von