87 fümerie und Seifenfabrikation, für die Photographie, die Feuerwerkerei, die Beleuchtungsindustrie, die Keramik und viele andere Künste und Gewerbe täglich in grossen und kleinen Mengen gebraucht werden. Bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts wurden diese Präparate beinahe ausschliesslich in den Apotheken hergestellt, deren Laboratorien damals fast die alleinige Pflanzstätte der Chemie bildeten. Heute werden sie teils von der Grossindustrie, teils von grösseren oder kleineren Spezialfabriken erzeugt, von denen einige der bedeutendsten noCh aus jenen Apotheken durch allmäh liche Vergrösserung und Erweiterung ihrer Laboratorien hervorgegangen sind. So ist aus der Engelapotheke am Schlossgraben zu Darmstadt, die Friedrich Jakob Merck im Jahre 1654 erwarb, die heutige Chemische Fabrik E. Merck hervorgegangen, ein Weltunternehmen, das über 1800 Arbeiter und 400 Beamte beschäftigt, unter denen 75 Chemiker und Apotheker, Ingenieure, Aerzte und Tier ärzte sind. Durch 2y 2 Jahrhunderte befindet sich dieses Unternehmen ununterbrochen im Besitze der Familie Merck 1 , die sich nicht nur auf chemischem und pharma zeutischem, sondern durch den Schriftsteller und Kritiker Kriegsrat Johann Heinrich Merck auch auf literari schem Gebiete ausgezeichnet hat, den Freund Goethes', auf dessen Lebensentwicklung er, wie Goethe selbst bekennt, einen bedeutenden Einfluss ausgeübt hat. In ähnlicher Weise, wenn auch in jüngerer Zeit, hat sich die Chemische Fabrik 1 auf Aktien vorm. E. Schering zu Berlin aus der in der Chaussee strasse gelegenen „Grünen Apotheke“ entwickelt. An fangs der fünfziger Jahre des vorigen Jahrhunderts 1 be-