gebots erschweren die Konkurrenzregulierung. Drittens deckte sich das Interesse der Stadt wesentlich mit dem Interesse der Handwerker, folglich stellte sich die städtische Wirtschaftspolitik in den Dienst der Zünfte. Je größer die Machtstellung der Anbieter, desto sicherer der Erfolg der Marktpolitik. Durch den Zunftzwang, der die Ausübung des Handwerks an die Zugehörigkeit zur Zunft band, durch die Bann rechte, die den Wohnsitz der Handwerker außerhalb der Stadt ver boten, durch die Handelspolitik, die die Möglichkeit fremder Kon kurrenz vollkommen unterband, war den städtischen Handwerkern eine Monopolstellung geschaffen. Daß die städtische Marktpolitik gegen das Interesse der Bauern zugunsten der Städter gerichtet war, und daß die Handelspolitik den Rohstoffbezug und den Warenabsatz begünstigen sollte, sei nur nebenbei bemerkt. Ein voller Erfolg konnte trotzdem den Zünften nur zeitweise be- schieden sein. Jene Kräfte, die das Mißverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage hervorgerufen hatten, wirkten langsam aber ständig fort. Durch immer schärfere Bestimmungen mußte der Wettbewerb gezügelt werden. Um den Zunftmitgliedern die Gewinnung des Lebensunterhaltes zu ermöglichen, wurde die ganze gewerbliche Tätigkeit nach und nach in einer Weise reguliert, daß schließlich von der Selbständigkeit des einzelnen nur noch der Schein übrig blieb. Das einfachste Mittel, jedem Zunftgenossen gleiche Chancen beim Wettkampf zu geben, waren die Preistaxen. Es handelte sich hier um feste Preise, nicht um Mindestpreise. Nur infolge der Gleichheit der Produktions bedingungen und somit der Produktionskosten, infolge der großen Stabi lität aller wirtschaftlichen Verhältnisse, insbesondere der Technik, und infolge der Kleinheit des Wirtschaftsgebietes konnten solche Preistaxen wirksam durchgeführt werden. Wo die Wirtschaftslage häufig und rasch wechselt, wo das Risiko groß ist, läßt sich die Idee des justum pretium nicht verwirklichen. Wenn auch damals Kriege, Seuchen und Ernte schwankungen heftige Störungen im Wirtschaftsleben hervorriefen — besonders die Folgen der Mißernten können wir an den Schwankungen der Einwohnerziffern der Städte und den Mitgliederzahlen der Zünfte feststellen — war doch das Risiko verhältnismäßig gering. Wir wissen, daß die selbständigen Handwerker durch Produktion für fremden Bedarf den eigenen Lebensunterhalt zu gewinnen strebten. Das Maß dieses Strebens und der Bedarf für den eigenen Lebensunterhalt waren aber von jeher verschieden. Niemals herrschte Gleichheit der Pro duktion und des Ertrages. Aber niemals traten auch die Folgen dieser Unterschiede in der Schaffenskraft und wirtschaftlichen Leistungsfähig keit mehr hervor als in den Zeiten allgemeinen Niederganges. Jedes