21 Düngers begann erst seit dem Erscheinen von Liebigs grundlegendem Werk seit 1840. Die Nahrung für die wachsende Bevölkerung, die sich von 1816—1845 um 9,6 Millionen vermehrte, mußte also größtenteils mit Hilfe der alten Technik beschafft werden. Es stiegen die Roherträge 1 ). Aber rascher als die Erzeugungen wuchsen die Kosten. Die Wirksamkeit des Gesetzes des abnehmenden Ertrages spiegelt sich wieder in den Preisen. Nach den Untersuchungen Conrads betrugen im preußischen Staate die Durchschnittspreise in ' Mark bei: Jahrzehnte 1 ) Weizen Roggen Gerste Hafer pro Tonne Erbsen Kartoffeln 1821—30 121,4 86,8 76,6 79,8 97 24,8 1831—40 138,4 100,6 CO vr Gh kO H Gh 107,4 26,4 1841—50 167,8 123 111,2 100,6 130 34 1851—60 211,4 165,4 150,2 144 176 47,4 1861—70 204 154,6 146 140,2 168,2 44,8 1871—80 223,2 172,8 166,4 157,9 228,1 60,5 Jahrzehnte Butter Rindfleisch pro Meterzentner Schweinefleisch 1821—30 101,6 46,6 55 1831—40 110 51,6 61,6 1841—50 120 56,6 73,6 1851—60 146,6 70 91,6 1861—70 178,4 86,6 105 1871 — 80 227,6 H4,75 125 Das Anwachsen der Bevölkerung und der Roherträge der Landwirt schaft weitete auch in Deutschland den Markt für gewerbliche Produkte. Zwar hoben zunächst die steigenden Preise für agrikole Erzeugnisse die Wirkung teilweise wieder auf. Auf der anderen Seite wurde der Einfluß der steigenden Nachfrage wesentlich erhöht durch die Zolltarifreform in Preußen von 1818 und durch die Gründung des deutschen Zollvereins von 1833. Die Niederlegung der Zollschranken innerhalb des deutschen Landes war die erste Voraussetzung des nationalen Marktes 3 ). Wie ge- *) Nach den Berechnungen von Rybark wuchs während des 19. Jahrhunderts die Gesamterzeugung von Weizen um 244,25 %, von Roggen um 112,85 %, von Gerste um 69,29% und von Hafer sogar um 337,4%. — Rybark, Die Steigerung der Pro duktivität der deutschen Landwirtschaft im 19. Jahrhundert 1906 S. 26. a ) Zitiert bei Pohle, Die Entwicklung des deutschen Wirtschaftslebens im letzten Jahrhundert 3. Auflage 1913 S. 56. 8 ) Bekanntlich umfaßt der Zollverein von 1833 noch nicht alle Staaten des heutigen Deutschlands.