II. Die letzten Gründe zur Aussehaltung der freien Konkurrenz. 1. Das Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Wenn wir nach den Gründen fragen, die letzten Endes die Karteil und Trustbewegung hervorgerufen haben, so müssen wir auf die Bewegungen des Angebotes und der Nachfrage achten, wir müssen feststellen, warum diese Kräfte mit solcher Stärke in entgegengesetzter Richtung streben, daß die Wucht der allgemeinen Notlage zu Konkurrenzregulierungen zwingt. a) Das Angebot. Gehen wir von der Angebotseite aus, so stoßen wir auf die moderne Technik als Hauptfaktor. Hat sie auf der einen Seite die Möglichkeit gegeben, zur Gewerbefreiheit zurückzukehren, so brachte sie auf der anderen Seite auch den Zwang zur Massenerzeugung und Massenbewegung. Jede Maschine, die an die Stelle eines älteren Produktionsverfahrens tritt, kann nur dann verwendet werden, wenn sie in einer bestimmten Zeit mindestens ebensoviel Waren erzeugt, wie nach dem alten Verfahren zu den gleichen Kosten. Je größer die Produktenziffer in der gleichen Zeit und bei gleichen Kosten (selbstverständlich ohne Rohstoffkosten), desto vorteilhafter arbeitet die Maschine. Nun ist jede Maschine für eine be stimmte Leistungsfähigkeit gebaut, bei der sich das Verhältnis von Leistung, Kosten und Zeit am günstigsten stellt. Ist die Maschine voll beschäftigt, so arbeitet sie also in der gegebenen Zeit mit den geringsten Kosten pro Produkteneinheit. Manche Maschinen — bei weitem nicht alle — erlauben durch stärkere Beanspruchung, z. B. durch schnelleres Laufen, ein Über schreiten der Leistungsfähigkeit, für die sie berechnet sind. Aber die höhere Beanspruchung verursacht auch außergewöhnlich hohen Verschleiß, d. h. einerseits wird die Lebensdauer der Maschine rasch verkürzt, andererseits