nur durchführen, indem es einen Hochofen dämpft oder ausbläst und den Konverter und die Walzstraßen mit größeren Pausen arbeiten läßt. Die Kosten, vor allem die der Betriebsbereitschaft belasten die verringerte Erzeugung erheblich. Ein großes Stahlwerk ist aber in der Lage, einen Teil der Anlagen jeder Produktionsstufe vollständig stillzulegen, um die übrigen Anlagen möglichst vollkommen zu beschäftigen. Es spart dadurch die hohen Kosten der Betriebsbereitschaft. Die Amortisation und even tuell die Verzinsung des stilliegenden Anlagekapitals wird zwar die Kosten der verringerten Produktion erhöhen, dieser Druck wird aber desto schwächer sein, je weniger die Gesamterzeugung durch die Betriebsein schränkung gekürzt wird, je größer also das Stahlwerk ist. Die Parole muß also lauten: Nicht nur Ausdehnung der Er zeugung bis zur vollen Ausnutzung der Leistungsfähigkeit der Maschinen und Anlagen, sondern auch Erstrebung einer möglichst großen Gesamt erzeugung, damit sich die Unkosten einer Betriebseinschränkung auf eine große Produktenziffer verteilen und die Konkurrenzfähigkeit des Werkes nicht zu sehr geschwächt wird. Jede Betriebseinschränkung verursacht Kosten, wenn auch die Wir kungen bei den verschiedenen Maschinen, folglich auch in den verschie denen Industriezweigen und hier wieder je nach der Größe der einzelnen Unternehmungen desselben Industriezweiges in verschiedener Stärke zur Geltung kommen. Betriebseinschränkungen werden aber hauptsächlich in den Zeiten des Überangebotes und der sinkenden Preise notwendig. Da aber bei sinkenden Preisen jedes Anziehen der Kosten doppelt drückend empfunden wird, so herrscht das Bestreben vor, die volle Betriebskraft des Werkes möglichst so lange auszunutzen, bis die Preise einen Tiefstand erreicht haben, bei dem die Verluste größer sind als jene, die eine Betriebs einschränkung oder teilweise Stillegung verursacht. Dieser Zeitpunkt tritt beim Nachlassen der Preise am ersten bei denjenigen Industrie zweigen und Unternehmungen ein, deren Erzeugungskosten pro Mengen einheit durch Produktionseinschränkung am wenigsten belastet werden. Wo die Maschine Einzug gehalten hat und wo die Maschinentechnik rasch fortschreitet, macht sich auf seiten des Angebotes ein starker Drang nach Produktionsausdehnung bemerkbar. Jedes Unternehmen wird sich bemühen, möglichst weit der wachsenden Nachfrage zu folgen, und es kann sich um so leichter der Nachfrage anpassen, je mehr der Industrie zweig zur Verwendung von anorganischen Stoffen an Stelle der bisher benutzten organischen Rohstoffe übergegangen ist, je weniger er also an die Wachstumsperiode der Tiere und Pflanzen, an den augenblicklichen Vorrat der lebenden Natur, der Land- und Forstwirtschaft gebunden ist. Aber auch in den weiten Industriegebieten, wo noch die organischen Stoffe