35 also noch Einkommensteile erspart, die jetzt als Mehrnachfrage nach irgend welchen anderen Produkten auftreten können. Das vorläufige Resultat unserer Untersuchung zeigt, daß die durch die Füllernte hervorgerufene Preisverschiebung eine mehr oder minder starke Verschiebung der Konsumkraft ­ der Landwirte und Konsumenten bewirkt. Einer Ausdehnung hier entspricht ein Einschrumpfen dort. Da sich aber der Bedarf der beiden Gruppen nicht durchweg auf dieselben Güterarten erstreckt, kann die Mehmachfrage durch die Mindernachfrage nicht vollständig kompensiert werden. Die notwendige Folge ist also eine Ausweitung der industriellen Erzeugung auf der einen, eine Einschränkung auf der anderen Seite. Die Wirkungen der Füllernten ziehen aber noch weitere Kreise, das Resultat bedarf noch einer Modifizierung. Es stehen sich nicht Erntner und Konsumenten direkt gegenüber, sondern es schieben sich noch eine Reihe Zwischenglieder ein. Der auf den Feldern gewonnene Rohstoff muß ja erst in konsumreife Produkte verwandelt, muß industrialisiert werden; je größer das Mehrprodukt der Ernte, desto größerer Mehraufwand ­ ist nicht nur in der Landwirtschaft, um die Ernte herein zu bringen, sondern auch in der Industrie zur Bearbeitung notwendig. Handelt es sich um eine Füllernte an Getreide, so müssen Müllerei, Bäckerei, Brauerei und Brennerei eine Mehrarbeit verrichten als bei einer Normalemte. Ist der Ertrag an Wolle, Flachs oder Baumwolle ungewöhnlich reich ausgefallen, so haben Spinnerei, Weberei, Färberei, die Kleider- und Wäschebranchen diese Aufgabe zu erfüllen. Hat die Fruchtbarkeit einen reicheren Viehbestand ­ zur Folge, so haben Metzgerei und Lederindustrie mit einem Arbeitsplus zu rechnen. Von der Rübenernte hängt die Tätigkeit der Zuckerindustrie, von der Weinernte die der Kellereien, Böttchereien und Flaschenindustrie, von der Obsternte die der Konserven- und Marmeladenindustrie ­ usw. ab. Weiterhin: Nach den Verarbeitern der Rohstoffe folgen die Händler und überall zwischen Urproduzenten, Verarbeitern und Konsumenten ­ schiebt sich das Transportgewerbe ein. Sie alle haben je nach der Größe der Füllernte eine Mehrleistung zu erfüllen. Der Zuwachs an Reichtum ­ und Kaufkraft, der sich ursprünglich in den Händen der Landwirte angesammelt hatte, muß, ehe er den Konsumenten erreicht, alle diese Etappen passieren und überall bleibt, je nach der Gunst der Verhältnisse, ein größeres oder geringeres Quantum hängen. Deshalb muß sich auch die Preisgestaltung etwas anders vollziehen, zumal auch die Kaufkraft des letzten Konsumenten, wie ursprünglich angenommen, nicht gleich bleibt. Den Urproduzenten steht die verarbeitende Industrie gegenüber. Sie muß für die anormal große Rohstoffmenge einen Preis zu erlangen suchen, der ihr die Sicherheit gibt, daß die Endprodukte von den Kon-D