38 sumreifen Waren, Produktionsmitteln und Rohstoffen vom Auslande ge deckt werden, wodurch die Haussebewegung gedämpft würde. Endlich sind nicht mehr die nationalen Ernten, sondern die Welternten entscheidend, und zwar um so mehr, je enger die Industriestaaten mit den Agrar staaten in wirtschaftlichem Kontakt stehen. Die außergewöhnlich ergiebigen Ernten verursachen weitgehende Verschiebungen und Ausweitungen im Wirtschaftsleben. Ein Rückschlag ist unvermeidlich; er würde auch dann eintreten müssen, wenn die Ernten sich dauernd auf diesem Hochstand hielten und höchstens entsprechend der Bevölkerungsvermehrung noch weiter an wüchsen. Denn sobald die Industrien sich der Mehrnachfrage und den Nachfrageverschiebungen angepaßt hätten, wäre auch das außergewöhnliche Arbeitspensum der „industrial industries“ erledigt, eine Betriebseinschränkung notwendig. Also selbst bei gleichbleibendem Mehrangebot würde erst nach einigen Pendelschwingungen nach oben und unten eine neue Gleichgewichtslage erreicht. Aber die Ernten bleiben nicht gleich groß. Füllernten, normale Ernten und Mißernten lösen sich ab. So kommt das Wirtschaftsleben nicht zrrr Ruhe. Einer Periode des Reichtumzuwachses und der Mehr nachfrage folgt eine Periode der Reichtumminderung und des Ein schrumpfens der Nachfrage. Je stärker der Wirtschaftskörper ange spannt wurde, um das Ernteplus zu bewältigen, desto kräftiger muß, wenn der Erntesegen in das Gegenteil umschlägt, die Erzeugung im Gewerbe eingeschränkt werden. Die Wirkungen im einzelnen lassen sich mit Leich tigkeit aus der Darstellung des Aufschwungs ableiten. Allerdings wird nicht jede Füllernte einen Aufschwung und jede Mißernte einen Nieder gang hervorrufen. Es fragt sich, ob nicht andere Faktoren im entgegen gesetzten Sinne arbeiten. Neben den Ernten wirken noch andere Kräfte auf eine Ausdehnung oder Einschränkung der Nachfrage. Ohne Zweifel aber handelt es sich bei den Ernteschwankungen um gewaltige Größen, deren Wucht die der anderen Faktoren wohl selten gleich kommt. In ganz ähnlicher Weise wie die Füllernten können Erleichterungen im Außenhandel eine Markterweiterung, ein Nachfrageplus mit allen seinen Folgen bewirken, unter Umständen allerdings auch nur eine Ver schiebung, eine Begünstigung der einen auf Kosten der anderen Industrien. Ebenso bedeuten die Kriege in der Vorbereitungszeit, während des Ver laufs und nach ihrer Beendigung eine zeitweise gewaltige Steigerung der Nachfrage, die am wirksamsten ist, wenn ein Land nur zur Deckung dieser Nachfrage herangezogen wird und nicht selbst Krieg führt, da ja im krieg- führenden Lande dem Nachfrageplus ein außerordentliches Nachfrage minus infolge der erzwungenen Produktionseinschränkung und eventuell der Produktionsmittelzerstörung gegenübersteht. Jede außergewöhnliche