6 7 nenbauindustrie in einem Hindernis prinzipieller Natur gefunden zu haben. Er weist auf den verschiedenen Charakter der Maschinenfabriken einerseits und der Kohlenzechen und Eisenwerke andererseits hin. Die Maschinen fabriken sind Betriebe der Individualarbeit, und Kohlenzechen und Eisen werke Betriebe der Massenfabrikation. Infolge der großen Nachfrage ist z. B. in den Stahlwerken die gesamte Maschinerie so eingestellt, daß sie fast automatisch ganz gleiche Produkte in beliebigen Mengen herstellen kann. Das Einzelprodukt verlangt keinerlei besondere Berücksichtigung. „Der Maschinenbau dagegen trägt ganz und gar den Charakter der indi vidualisierenden Industrie: jedes Stück wird nach Zeichnung angefertigt, erst eine große Anzahl aufs subtilste ausgeführter Einzelstücke ergibt das fertige Produkt, und ein großer Teil der Gesamtarbeit spielt sich deshalb im Zeichensaal und im Konstruktionsbureau ab, wo immer nur für eine relativ kleine Anzahl von einzelnen Produktionen die Vorbereitungen getroffen werden können. In der Maschinenindustrie wird allenfalls am technischen Apparat etwas geändert, wenn einmal eine neue Erfindung ge macht ist; der Produktionsvorgang selbst läuft lange Zeit unverändert fort... In der Maschinenbauindustrie jedoch müssen für jeden Auftrag be sondere Anforderungen getroffen werden, zumal in den ganz großen Maschinenfabriken, die sich auf die Herstellung von Gesamtanlagen oder von Kraftmaschinen geworfen haben; denn da heißt es, sich dem beson deren Kraftbedarf oder auch einer gegebenen Kraftquelle in jedem Einzel falle anzupassen, da ist die geforderte Leistungsfähigkeit der Gesamtanlage bald hoch, bald niedrig, da sind Geländeverhältnisse zu berücksichtigen, und was der ewig wechselnden Momente mehr sind.“ „Und damit,“ fährt Wiedenfeld fort, „ist das Trennende berührt: Be triebe der Massenfabrikation und Betriebe der Individualarbeit ergeben kein Einheitsuntemehmen..'. . Denn dort hat der Leiter um den einzelnen Produktionsvorgang sich so gut wie gar nicht zu kümmern; er gibt die all gemeine Direktive und sorgt im ganzen für ein richtiges Zusammenarbeiten der verschiedenen Betriebe seiner Unternehmung, hält aber vor allem seinen Blick nach außen gerichtet, von woher der Weltmarkt ihm die wechselnde Aufgabe stellt. Im Maschinenbau dagegen muß der Leiter jedem Auftrag seine volle Aufmerksamkeit widmen, er muß Sorge tragen, daß den Offerten bei guter Arbeit doch die niedrigstmöglichen Preisforderungen eingefügt werden, um die großen Submissionen seinem Werk zu sichern; auf ihm liegt, daß die Ausführung dann den ganz speziellen Bedingungen angepaßt werde und in der Qualität den technischen Ruf der Fabrik be währe. Ganz anders oft, als der Leiter eines massenindustriellen Werkes, muß er in den Werkstätten das Arbeiten beobachten und kontrollieren. Sein Blick ist stark nach innen gerichtet und auch nach außen anders als 5*