63 bei jenen eingestellt, da nicht das Allgemeine des Weltmarktes, sondern das ganz konkrete der besonderen Aufgabe vor ihm steht. Beides zu ver einen, ist dem Menschen aber nicht möglich. Am Persönlichkeitsfaktor scheitern daher die Versuche, die Organisationstendenzen der Massen industrie auf den Maschinenbau zu übertragen.“ 1 ) Wiedenfeld führt auch noch ähnliche Beispiele aus der Textilindustrie an und kommt ganz allgemein zu dem Resultat: „an der Grenze mensch licher Leistungs- und persönlicher Übersichtsfähigkeit müssen die Organi sation sbestrebungen trotz aller sachlich auf Vereinnigug drängenden Momente Halt machen.“ 2 ) Ein Hindernis prinzipieller Natur setzt also nach dieser Ansicht den vertikalen Kombinationsbestrebungen ein Ziel. Ist die Beweisführung stichhaltig oder hat sich Wiedenfeld auf Grund einer richtigen Beobachtung zu einem irrigen Schluß verleiten lassen ? Mir scheint das letztere der P'all zu sein. Die Ausführungen über die Maschinenindustrie beziehen sich auf deutsche Verhältnisse. Da es in Amerika Brauch ist, sich möglichst auf die Herstellung ganz bestimmter Maschinen typen zu verlegen, um durch Massenerzeugung die Produktions kosten möglichst herabzudrücken, ist hier jener tiefgehende Unterschied zwischen der Maschinenbauindustrie und den Industrien der Vorstufen verwischt, einer Kombination stände kein prinzipielles Hindernis entgegen. Aber bleiben wir bei den deutschen Verhältnissen. Auch hier würde in einigen Fällen das prinzipielle Hindernis unwirksam sein, nämlich dann, wenn die Maschinenfabrik infolge ihres großen Bedarfs an Eisenmate rialen die Leistungsfähigkeit des angegliederten Stahlwerkes vollständig in Anspruch nimmt. Das Stahlwerk erhält jetzt sein Arbeitspensum nur von der Maschinenfabrik vorgeschrieben. Ausschlaggebend sind die Aufträge, die die Maschinenfabrik hereinholt. In diesem Riesenunternehmen wäre dem Leiter jene unlösbare Doppelaufgabe, auf die Wiedenfeld hinweist, er spart. Es bleiben aber jene Fälle, wo das Stahlwerk mit einem mehr oder minder großen Teil seiner Erzeugung auf den Weltmarkt angewiesen ist, seine Leistungsfähigkeit den Bedarf der angegliederten Maschinenfabrik übersteigt. Auch hier sehe ich kein prinzipielles Hindernis. Wächst die Vertretung der Interessen des Stahlwerks und der Maschinenfabrik infolge ihrer heterogenen Natur dem Leiter über den Kopf, dann ist die einfachste Lösung des Problems, die Leitung jedes Werkes einem besonderen Direktor zu übertragen und diese einer gemeinsamen Spitze zu unterstellen, deren Aufgabe es ist, die Gesamtinteressen des Unternehmens zu vertreten, für das gedeihliche Zusammenarbeiten der angegliederten Werke zu sorgen. J ) Wiedenfeld, Das Persönliche im modernen Unternehmertum S. 77—79. 2 ) Wiedenfeld S. 83.