ausbezahlt werden, ändert nichts an ihrem Charakter. Vergütungen für die Preisdifferenz der Rohstoffe oder Zwischenprodukte im In- und Aus lande sollen es sein. Aber nie bestand die Absicht, die ganze Preisdiffe renz zu vergüten. Die Kartelle haben die Differenz nicht allein hervor gerufen, sie haben sie nur zeitweise durch ihr Eingreifen vergrößert. Der Gedanke ist also, den Weiterverarbeitern eine dieser Vergrößerung ent sprechende Beihilfe zu gewähren. Man will ihnen kein Geschenk machen; man will sie nicht besser stellen als vor der Kartellbildung. Da es un möglich ist, sicher zu ermitteln, um wieviel die Preisspannung durch die Wirksamkeit der Kartelle vergrößert wird, wird unter Berücksichtigung der Gesamtlage die Höhe der Vergütung fixiert und ihre Größe von Zeit zu Zeit den neuen Verhältnissen angepaßt. Die Vergütung wächst mit der Verschärfung des Wettkampfes auf den Auslandsmärkten zur Zeit des Niederganges und sie sinkt nach dem Eintritt günstigerer Absatz bedingung. Ist sie beim Abstieg des Wirtschaftslebens vielleicht einmal zu gering, so ist sie oft in der Zeit des Aufstieges zu groß. Es ist also grund falsch, die Spannung zwischen dem Inlandspreis und irgendeinem Aus landspreis festzustellen, hiermit die Höhe der Vergütung zu vergleichen und dann zu erklären, die Vergütung sei zu gering, wenn sie nicht die. volle Differenz ersetzt. Es sollen diese Ausführungen nicht behaupten, daß die Kartellpreise immer den volkswirtschaftlichen Forderungen entsprechen, im Gegen teil, sie werden oft daneben greifen. Es soll nur gezeigt werden, wie außer ordentlich schwer eine sachgemäße Kritik ist, die vor allem mit einigen dürftigen Zahlen nicht geführt werden kann, wie es meist geschieht. Für eine abgeschlossene Wirtschaftsperiode, zumal wenn die Marktverhält nisse in ihrem Ablauf klar gestellt sind, wird sich öfters zeigen lassen, daß bei einer anderen Preispolitik ein günstigerer Erfolg sowohl für die Kartellmitglieder wie die Weiterverarbeiter oder die letzten Konsumenten möglich gewesen wäre. Wenn man vom Rathaus kommt, ist man immer klüger. Wer einmal erlebt hat, welcher Optimismus die Industriellen noch am Schlüsse einer Hochkonjunktur belebt, wenn bereits die ersten Zeichen des Umschlages drohen, allerdings auch noch keiner sagen kann, wann der Umschlag kommt, dem erscheinen selbst so verfehlte Abschlüsse, wie die langfristigen Verkäufe zu Hochkonjunkturpreisen, in einem an deren Licht. Erweist sich dann der Optimismus als unberechtigt, erfolgt der Umschlag weit schneller als er von den Industriellen erwartet wurde, dann müssen in diesem Chaos, wo niemand sagen kann, wie sich der Markt im Inlande und im Auslande gestaltet, die Preise mit den Verhältnissen in Einklang gesetzt werden. Wer will sich für eine richtige Preispolitik