42 manchmal auch gleich die in den einzelnen Ballen enthaltenen Tabake nochmals sortiert, d. h. der Tabakmeister beauftragt die mit dem Aufreißen beschäftigten Frauen, die gelben, grünen usw. Blätter besonders zu legen. Nach Vollendung dieser Arbeiten wird aller zu einer Mischung bestimmte Tabak auf einen Haufen ge worfen, mit reinem Wasser angefeuchtet und dabei zugleich mit der Hand gemischt. Diese Arbeit, die rein mechanischer Natur ist und keinerlei Geschicklichkeit erfordert, wird von ungelernten Ar beitern, sogenannten „Tabakmischern“ vollzogen. Erwähnt sei noch, daß das Anfeuchten der Blätter notwendig ist, um sie geschmeidig zu machen, da sie sonst beim Zerschneiden zerstäuben würden, und daß ein Entrippen der Blätter bei den orientalischen Tabaken wegen der Feinheit ihres Blattes nicht erforderlich ist. Der angefeuchtete und gemischte Tabak bleibt noch einige Zeit liegen, damit die Feuchtigkeit durchzieht; hierauf wird er an den Tabakschneider abgegeben. In den meisten Groß- und Mittelbetrieben stehen zum Schneiden des Tabaks Maschinen zur Verfügung, die von Motoren angetrieben werden und eine stündliche Schnittleistung bis zu 200 kg Tabak und mehr aufweisen; die Preise für solche Maschinen steigen bis 4500 Mk. und darüber. Kleinere Betriebe begnügen sich mit Schneide maschinen, die mit der Hand in Tätigkeit gesetzt werden und schon für etwa 450 Mk. billigsten Falles zu haben sind. In ganz kleinen Betrieben endlich findet man hin und wieder, soweit sie es nicht vorziehen, ihren Tabak gleich geschnitten zu kaufen 1 ), noch die alten Handschnittladen vor, bei denen der Tabak durch ein von Menschenhand auf und ab bewegtes Messer zerschnitten wird. Zur Bedienung einer durch Motorkraft angetriebenen Schneide maschine ist nur eine Person, eben der Tabakschneider, erforder lich, der die Blätter in den dazu bestimmten Behälter einzulegen und den Gang der Maschine je nach Umständen zu regulieren hat. Von einem guten Tabakschneider werden außer einer innigen Ver trautheit mit der Maschine noch manche andere Kenntnisse und Fähigkeiten verlangt, denn 1. muß er taxieren können, ob der Tabak die zum Schneiden erforderliche Feuchtigkeit hat, 2. muß er es verstehen, den Tabak richtig in den Behälter zu packen, wobei es namentlich sein Bestreben sein muß, den Tabak gleichmäßig fest zu packen, da sonst das Messer rupft; 1) Näheres siehe weiter unten!