Geld doch schon eine Handarbeitszigarette bieten zu können, einen dritten Weg: Man bedient sich der Heimarbeit, die bedeutend billiger als die Fabrikarbeit zu stehen kommt 1 ). Groß-, Mittel- und Kleinbetriebe gehen hierbei in gleicher Weise vor. Gleich den in der Fabrik beschäftigten Personen erhalten auch die Heimarbeiter an der Tabakausgabestelle in der Fabrik den Tabak zugewogen und die Papierblättchen zugezählt. Hier müssen sie auch die gefertigten Zigaretten abliefern, die dabei in der üblichen Weise gewogen und auf ihre Beschaffenheit hin geprüft werden. Trotz aller dieser Kontrollmaßregeln können aber Materialunterschlagungen nicht ganz verhindert werden. So können unredliche Heimarbeite rinnen trotz aller Kontrolle Papier unterschlagen, da sie, um bei der Verarbeitung unbrauchbar werdende Hülsen oder Blättchen ersetzen zu können, zur Anfertigung von 1000 Zigaretten mindestens 1100 Papierblättchen erhalten, über deren Verbleib eine genaue Abrech nung nicht erfolgen kann. Ferner können sie dem erhaltenen Tabak minderwertigere Qualitäten beimischen und den so gewonnenen, guten Tabak in ihrem Interesse verwenden. Irgend ein Hehler, der ihnen die gestohlene und zudem noch unversteuerte Ware abnimmt, findet sich dann meistens leicht. Teuerere Tabake werden deshalb von den Fabrikanten auch schon aus Furcht vor Materialunterschlagung nicht aus dem Haus gegeben. F. Die Verpackung der Zigaretten. a) Allgemeines. Mit der Fertigstellung der Zigaretten sind Arbeit und Kosten des Fabrikanten noch nicht zu Ende. Wesentliche Anforderungen stellt noch die Verpackung der fertigen Fabrikate an ihn, nament lich da die Zigaretten auch schon in kleinen Mengen von vielen Konsumenten in ges chlossenen Packungen gewünscht werden 1 2 ). Letzteres hat seinen Grund darin, daß die Zigaretten, falls offen verkauft und in Papierbeutel gelegt, bei der Aufbewahrung in der Tasche äußerst leicht beschädigt werden, denn das dünne Zigaretten 1) Über die bedeutende Differenz' zwischen den Löhnen der Heim- und Fabrik arbeiter siehe näheres in dem Abschnitt „Arbeitsverhältnisse“. 2) Über die heute üblichen Packungsgrößen geben uns die in den „Viertel jahrsheften“ (1908, Heft III) gemachten Angaben Aufschluß. Danach wurden im Steuerjahre 1907/8 Steuerzeichen für folgende Packungsgrößen und Wertklassen verkauft (siehe umstehende Tabelle):