IV. Abschnitt. Die Absatzverhältnisse. A. Die Organisation des Absatzes in Deutschland. Den Vertrieb ihrer Produkte an die Händler übernehmen die kleineren Fabrikanten, die nur für den lokalen Markt arbeiten, meistens selbst. Der Besitzer eines solchen Betriebes sucht die Kleinhändler auf, legt ihnen seine Waren vor, erkundigt sich nach seinen Wünschen und läßt gegebenenfalls besondere Qualitäten oder Verpackungen für einzelne Händler anfertigen. Mitunter über nimmt er auch, falls er seine Geschäftsreisen weiter ausdehnen will, zwecks Verminderung der Reiseunkosten noch die Vertretung einer Zigarrenfabrik. Seine Absatzunkosten sind deshalb gering und beschränken sich lediglich auf die eigentlichen Reisespesen. Kostspieliger und weitläufiger gestaltet sich dagegen der Absatz bei größeren Zigarettenfabriken. Hier bedarf es eines planmäßigen Vorgehens für den Fabrikanten, der für die einzelnen Fälle fest stellen muß, wie er seine Erzeugnisse auf die wirksamste und doch billigste Weise zum Angebot bringen kann. Gegenden konzentrierten Bedarfes, also größere Städte mit ihrer näheren Umgebung, werden einem „Vertreter“ zur Bear beitung überwiesen, der die Händler seines Distriktes aufsucht, die Aufträge entgegennimmt und sie der Fabrik übermittelt. Diese Leute vertreten immer nur eine Zigarettenfabrik, wobei sie aller dings in der übergroßen Anzahl, um ihre Gewinnchancen zu ver größern, noch Vertretungen von einigen Zigarrenfabriken ausüben. Es besteht nämlich in der Zigarrenindustrie die Einrichtung, daß nicht alle Fabriken dieselben Preislagen herstellen und vertreiben lassen. Es gibt Fabriken, die als Spezialität die Herstellung der Vier-, Fünf- und Sechspfennig-Zigarren betreiben. Eine Reihe an derer Firmen fertigt ausschließlich mittlere Preislagen zum Klein verkaufspreise von sieben bis fünfzehn Pfennigen an, und weiter gibt es Zigarrenfabriken, die ausschließlich Zigarren höherer Preis-