— 64 - Bedarfes gleichfalls von der Fabrik besondere Rabatte zugestanden erhalten. Überhaupt gewähren die meisten Zigarettenfabriken allen Detailgeschäften, die jährlich für über fünfhundert Mark Waren be ziehen, fünf und solchen, die für mehr als tausend Mark Waren be ziehen, zehn Prozent Rabatt auf die Fakturapreise. Die Zigaretten treffen beim Kleinhändler in völlig verkaufs reifem Zustand ein; eine längere Lagerung ist ihnen eher schädlich als nützlich, da sie dann zu sehr austrocknen. Hieraus entspringen zwei Handelsgebräuche: 1. die Zigaretten werden vom Kleinhändler immer nur in ge ringen Mengen bezogen, da dieser stets frische Ware am Lager haben muß. 2) die Zahlungsfristen sind bedeutend kürzer, als sie die De taillisten vom Zigarrenhandel her gewöhnt sind. Betrachten wir die einzelnen Punkte genauer. Da die Zigaretten nur in kleinen Posten vom Händler bezogen werden und ihr Ge wicht und Umfang, auch bei Versand vieler tausend Stück, äußerst gering sind, eignet sich zu ihrer Verschickung am besten das Post paket. Es entfällt denn auch der Versand von Zigaretten zum größten Teil auf Postsendungen, von denen viele den Wert von zehn Mark nicht übersteigen, so daß in letzteren Fällen die Porti etwa zehn Prozent vom Werte der Sendungen ausmachen. Die Versandspesen werden bei größeren Sendungen meistens vom Fabrikanten, bei kleineren (bis zehn Mark) vom Tabakhändler, ge tragen; mitunter kommt es auch vor, daß sich beide Parteien darin teilen. Für die Bezahlung der Ware wird, wie schon weiter oben erwähnt, den Händlern drei Monate Ziel gewährt; bei Zahlung inner halb vier Wochen werden gewöhnlich drei Prozent Skonto von den Fakturabeträgen abgerechnet. Der Gewinn des Detaillisten an den Zigaretten beläuft sich jetzt gewöhnlich auf 25-—30 Prozent. Von dem außerordentlichen Verbandstage der deutschen Zigaretten-Industrie, der am 14. August 1909 in Dresden abgehalten wurde, wurden folgende „Normal preise“ für die einzelnen Preislagen aufgestellt und den Fabrikanten anempfohlen: Fabrikpreis für eine 1 Pfg.-Zigarette: 7,50 Mark pro Mille 2 21/2 3 14 18 21 1) Vergl. Vereinigte Tabakzeitungen 1909, Nr. 35.