— 69 — Inlandsverkauf. Die österreichische Regie hofft jedenfalls dadurch, daß sie diese Marke besonders preiswert gestaltet, auch für ihre anderen Fabrikate in Deutschland Freunde zu gewinnen, wie sie denn überhaupt in letzter Zeit die allergrößten Anstrengungen ge macht hat, um ihr Exportgeschäft nach Deutschland, ungeachtet des erhöhten Zolles und der Banderolensteuer, zu vergrößern. Aufmerksame Beobachter konnten wahrnehmen, daß gerade in den letzten Jahren die Zahl der Tabakgeschäfte außerordentlich stark zugenommen hat, die an ihren Läden das gelbe Schild mit der Aufschrift „Verschleiß der k. k. österreichischen Tabakfabrikate“ angebracht haben. Es ist deshalb nicht zu verwundern, daß der Import öster reichischer Zigaretten auch nach Einführung des Zigaretten-Steuer- gesetzes noch zugenommen hat. Ein wesentlicher Rückgang des Importes ist dagegen seit jenem Zeitpunkte bei den ägyptischen und russischen Fabrikaten eingetreten; von diesen wird jetzt in der Hauptsache nur noch bessere Ware importiert, die die Zoll belastung leichter tragen kann. Zum Vertriebe ihrer Produkte haben die großen ägyptischen Zigarettenfabriken Zweigniederlassungen in Deutschland errichtet, die sich in Hamburg und Bremen befinden. Die russischen Fabri ken haben meistens in Berlin ihre Hauptvertreter, während der Hauptverlag der k. k. österreichischen Tabak-Regie in München seinen Sitz hat. In den letzten neunundzwanzig Jahren wurden folgende Mengen von Zigaretten eingeführt: Davon aus: Österreich-Ungarn Rußland Ägypten Jahr ZU ZU ZU ZU Tonnen Millionen Mark Tonnen Millionen Mark Tonnen Millionen Mark Tonnen Millionen Mark 1880 25 0,4 3 0,1 ii 0,2 — — 1881 25 0,5 4 0,1 u 0,2 — — 1882 28 0,5 3 0,1 12 0,2 — — 1883 30 0,5 4 0,1 11 0,2 — — 1884 37 0,7 5 0,1 14 0,2 i ? 1885 45 0,6 7 0,1 12 0,2 2 ?• 1886 48 0,7 8 0,1 14 0,2 4 0,1 1887 55 0,8 11 0,2 15 0,2 6 0,1 1888 65 0,8 16 0,2 17 0,2 11 0,1 1889 80 1,0 18 0,2 19 0,2 20 0,2 i 3