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        <title>Die deutsche Zigarettenindustrie</title>
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Gute der zu ihnen in mehr oder minder großen Quantitäten mit 
verarbeitete türkische Tabak. 
Hinzugefügt werden kann aber, daß es kein Land gibt, in dem 
dieser türkische Tabak mit mehr Sorgfalt und Verständnis behandelt 
wird als in Deutschland. Sieht man die deutschen Industriepaläste, 
vergegenwärtigt man sich ihre in technischer wie hygienischer Be 
ziehung großartigen Einrichtungen und stellt diesen modernen Groß 
betrieben die primitiven Verhältnisse gegenüber, unter denen bei 
spielsweise im Orient Industrieprodukte erzeugt werden, so wird 
man, immer Verwendung der gleichen guten Materialien voraus 
gesetzt, dem ausländischen Erzeugnis das Wort gewiß nicht reden 
können. Die überall anerkannte Gründlichkeit und Betriebsamkeit 
des deutschen Unternehmers gewährleisten dem deutschen Konsu 
menten ein besseres Fabrikat als irgend ein ausländischer Produzent. 
In letzter Zeit ist der Import wenigstens dadurch etwas erschwert 
worden, daß durch das Zigarettensteuergesetz vom 3. Juni 1906 
der Einfuhrzoll von 270 auf 700 Mark, durch das am 9. Juli 1909 
vom Reichstag angenommene Tabaksteuergesetz gar auf 1000 Mark 
pro Doppelzentner Zigaretten erhöht und somit endlich den lang 
jährigen Forderungen der deutschen Industrie nach Schutz gegen 
das Ausland nachgegeben worden ist. Der Import ist seit der ersten 
Zollerhöhung auch zurückgegangen, jedoch nicht in dem erwarteten 
Umfange. Der deutsche Konsument hat sich zu sehr an die Im 
porten gewöhnt, als daß er sie gleich ganz hätte aufgeben können. 
Besonders bemerkenswert ist namentlich, daß trotz des hohen Zolls 
noch ziemlich viel Zigaretten billigerer Preislage eingeführt 
werden *). 
Es handelt sich hierbei hauptsächlich um die 2^2 Pf.-„Sport“- 
Zigarette der österreichischen Regie, die in außerordentlich großen 
Mengen namentlich in Süddeutschland konsumiert wird. Diese 
„Sport"-Zigarette soll übrigens, wie mir von einem Fachmanne 
versichert wurde, für den Export nach Deutschland in bedeutend 
besserer Qualität hergestellt werden als für den österreichischen 
1) Im Steuerjahre 1907/8 verteilten sich die eingeführten Zigaretten auf folgende 
Preislagen: 
728 
000 
Stück 
im 
Kleinverkaufspreise 
bis 
15: 
Mk. 
pro 
Mille 
265 
924 
000 
ii 
17 
von 
15 
71 
25 
n 
ii 
ii 
62 
455 
000 
ii 
&amp;gt;7 
71 
25 
7? 
35 
17 
ii 
n 
105 
858 
000 
11 
17 
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35 
11 
50 
77 
17 
71 
57 
036 
000 
17 
1) 
„ 
17 
50 
11 
70 
11 
17 
71 
29 
755 
000 
V 
11 
17 
71 
über 
70 
71 
11 
11</div>
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