236 Zweites Buch. Die Gegner. gemacht. Um die Folgerung, die sie daraus ziehen, — nämlich die Un rechtmäßigkeit des Einkommens ohne Arbeit — ablehnen zu können, muß man für das Einkommen unbedingt eine andere Begründung als die Arbeit finden und für die wesentliche Eigenschaft des Eigentums eine neue Rechtfertigung entdecken. Man versucht im Allgemeinen diese Rechtfertigung in den Not wendigkeiten der Produktion zu finden. Das Privateigentum mit dem ihm eigenen Einkommen rechtfertigt sich in den Augen einer beständig wachsenden Zahl von Nationalökonomen durch den Ansporn, den es zur Gütererzeugung und Güteransammlung bietet. Das ist der beste Kampfplatz, auf den man sich zu seiner Verteidigung stellen kann. Ihn hatten unter Anderen auch die Physiokraten gewählt 1 ). Die Saint-Simonisten verwerfen aber gleich von Anfang an dieses Argument: sie greifen das Privateigentum nicht weniger heftig im Namen der sozialen Nützlichkeit als in dem der Gerechtigkeit an. Nach ihrer Meinung muß es nicht nur im Interesse der Verteilung, sondern auch in dem der Erzeugung verschwinden. b) Wir kommen nun zu dem zweiten Gesichtspunkte, den Saint- Simon sich begnügt hatte, festzustellen, ohne ihn eingehender zu ent wickeln: die Idee, daß das Eigentum, wie die politische Ordnung, zum Besten des Interesses der Produktion organisiert werden muß. Gestattet das Privateigentum, dieses Ziel zu erreichen? Wie wäre das möglich, sagen die Saint-Simonisten, solange die heutige Art der Übertragung der Arbeitsmittel besteht? Die Kapitalien werden durch Erbschaft übertragen. Ihre Ver waltung liegt in den Händen von Individuen, die der „Zufall der Ge burt“ auswählt und mit der schwierigsten aller Obliegenheiten: der best möglichen Verwendung der Produktionsmittel, betraut. Das Interesse der Gesellschaft sollte fordern, daß diese Mittel in die Hände der fähigsten Menschen gelegt werden, und daß sie in diejenigen Orte und unter die jenigen Industrien verteilt werden, in denen sich das Bedürfnis am leb haftesten fühlbar macht, „ohne daß es jemals in irgendeinem Zweige Mangel oder Überfluß daran geben könne“ 2 ); und heute bezeichnet das blinde Schicksal die Menschen, die zu dieser außerordentlich schwierigen Aufgabe bestimmt sind! Die Kritik der Erbschaft wird daher derjenige Punkt, auf den die Saint-Simonisten alle ihre Kräfte konzentrieren. Die Entrüstung der Saint-Simonisten ist sehr wohl verständlich in der Tatsache, auf die sie hinweisen, liegt etwas durchaus Paradoxes. Wenn man mit A. Smith annimmt, daß „die Zivilregierung nur deshalb eingesetzt ist, um die, die Eigentum haben, gegen die, die keins haben, *) Siehe oben, S. 27 f. 2 ) Doctrine, S. 191.