Kapitel III. Die Assozialisten. 281 Die Reform war in der Tat sehr einfach. Für alle Hauptzweige der Produktion sollte schon jetzt eine soziale Werkstatt gegründet werden. Die Regierung hätte das notwendige Kapital zu liefern, das durch eine Anleihe aufzubringen wäre. „Alle Arbeiter, die die nötigen moralischen Garantien bieten“, würden, soweit es die ver fügbaren Mittel gestatten, zuzulassen sein. Der Lohn wäre für Alle gleich. Dieses letztere Prinzip scheint uns heute nur deshalb undurchführbar, „weil die der jetzigen Generation gegebene Erziehung falsch und anti sozial ist“, in der Zukunft aber wird es ganz selbstverständlich erscheinen, »da eine durchaus neue Erziehung die Ideen und die Sitten ändern soll . Man erkennt hier den allen Assozialisten gemeinsamen Gedanken eines neuen Milieus wieder, das die gewöhnlichen Beweggründe des Menschen geschlechts umbilden soll. Was die Hierarchie der Werkstätte anlangt, so wird sie auf der Wahl beruhen, ausgenommen für das erste Jahr, in dem die Regierung beauftragt ist, sie zu organisieren, weil die Teilhaber sich noch nicht genügend kennen, um die Würdigsten zu bezeichnen. Der Nettogewinn der sozialen Werkstatt wird jedes Jahr in drei Teile geteilt: der eine wird unter die Mitglieder der Genossenschaft zu gleichen Teilen als Lohnzuschlag verteilt; der zweite ist zum Unterhalt der Alten, Kranken und Gebrechlichen bestimmt, und „zur Erleichterung der Krisen, die auf anderen Industrien lasten“; der dritte endlich soll denen, die an der Genossenschaft teilnehmen wollen, Arbeitsinstrumente üefern, in der Weise, daß die Genossenschaft sich ohne jede Begrenzung vergrößern kann“. Es ist dies das beständige und unveränderliche Kapital, das wir schon bei Buches gesehen haben. Soll nun das Kapital, das zur Bildung dieser Genossenschaften ver wendet worden ist, keine Zinsen tragen ? Aber sicherlich, und diese Zinsen werden sogar durch Einstellung in den Staatshaushalt garantiert. Mir dürfen aber hieraus noch nicht schließen, daß Louis Blanc, wie Fourier, diese Entschädigung als gerechtfertigt ansah. Er wird zu sehr vom Saint- Simonismus beherrscht, um das jemals zuzugeben. In der Zukunft werden die Zinsen verschwinden, — ohne daß jedoch Louis Blanc sich darüber ausläßt, wie das geschehen soll. Für den Augenblick müssen sie aber oeibehalten werden, um den Übergang zu erleichtern. Man darf nicht ,,mit wilder Ungeduld Existenzen erschüttern, sogar wenn sie auf die ißbräuche gegründet sind, die man abzuschaffen sucht (S. 172). Übrigens Werden die gezahlten Zinsen, wie die Löhne, als ein Teil der Produktions kosten betrachtet. Was den Nettogewinn anbelangt, so haben die apitalisten daran teil, aber nur soweit sie arbeiten. Zusammenfassend sieht man also, daß der einzige Unterschied zwischen J er sozialen und der heutigen Werkstatt, abgesehen von ihrer mehr demo kratischen Organisation, der ist, daß der Gewinn des Unternehmers (im