282 Zweites Buch. Die Gegner. modernen Sinn des Wortes, d. h. der Gewinn ohne Zinsen) den Arbeitern «elbst zufällt. Wir haben aber schon gesagt, daß die soziale Werkstatt nur eine Keimzelle ist, aus der eine ganz neue Gesellschaft entstehen soll. Die Kraft nun, die ihre Ausdehnung begründet, ist — erstaunliche Schluß folgerung — gerade die Konkurrenz, die für diesen Zweck zu einer „heiligen“ Konkurrenz wird (S. 106). „Es handelt sich darum, sich gerade der Waffen der Konkurrenz zu bedienen, um die Konkurrenz zum Verschwinden zu bringen“ (S. 103). Das wird nicht schwierig sein, denn „die soziale Werk statt hat gegenüber jeder individualistischen Werkstatt den Vorteil, der sich aus der Sparsamkeit des gemeinsamen Lebens und aus einer Organisationsmethode ergibt, in der alle Arbeiter ohne Ausnahme daran interessiert sind, schnell und gut zu produzieren“ (S. 105). Überall würden die Privatunternehmungen sich von ihr bedroht sehen. Die Kapitalisten und Arbeiter werden von selbst ihre Auf nähme in die soziale Werkstatt verlangen, um an ihren Vorzügen teilzuhaben. Dann wird nur noch übrig bleiben, alle sozialen Werkstätten, die der gleichen Industrie angehören, in einen einzigen Bund zu verschmelzen. Jede große Industrie wird sich daher zum Schluß um eine „zentrale Werkstatt gruppieren, von der alle anderen als Zweigwerkstätten abhängen“ (S. 107). Um das ganze Gebäude zu krönen, würde es genügen „die Solidarität der verschiedenen Industrien zu einem Dogma zu erheben“, so daß sie, anstatt sich zu bekämpfen, sich gegenseitig zur Stütze werden, sich in Krisenzeiten gegenseitig helfen, wenn es nicht gelingt, auf Grund ihrer Übereinstimmung die Krisen über haupt zum Verschwinden zu bringen, was ein noch bemerkenswerteres Ergebnis sein würde. So würde also, allein durch die Kraft der Freiheit, die Herrschaft der Konkurrenz durch die genossenschaftliche Ordnung zurückgedrängt werden, und, je mehr die soziale Werkstatt ihre Wunder verwirklicht, um so mehr werden die Übel der Konkurrenz verschwinden, wird das moralische und soziale Leben seine jetzigen Mängel ablegen. Was verlangt nun Louis Blanc, um zu diesem Ziel zu gelangen? Sehr wenig, fast nichts! Eine kleine Schiebung! Regierungskapitalien, um die ersten Werkstätten zu schaffen und eine gesetzgeberische Ordnung für sie, deren Anwendung die Regierung späterhin nur noch zu über wachen hätte. jDas ist der Hauptpunkt der Lehre Louis Blanc’s, in dem sie sich klar und deutlich von den Ideen Owen’s und Fourier’s unterscheidet. Um das Phalanstere und die kommunistischen Kolonien zu gründen, wenden sich weder Owen noch Fourier an den Staat. Die Privatinitiative genügt ihnen. Die Gesellschaft erneuert sich selbsttätig ohne jede äußere Hilfe, und dies ist noch heute das Prinzip der Konsumvereine. Wo immer sie bestanden haben, haben sie es auf Grund eigener Kraft getan. Louis