364 Drittes Buch. Der Liberalismus. Ritterlichkeit in der Volkswirtschaft“ nennt 1 ). Wenn wir versuchen, uns die zukünftige oder doch wenigstens die wünschenswerte Gesellschaft vorzustellen, so fühlen wir uns zu der Hoffnung verpflichtet, daß die Triebkraft der ganzen wirtschaftlichen Tätigkeit, die heute die Profit- sucht ist, nach und nach dem Gedanken des sozialen Dienstes Platz macht. An dem Tage wird man Bastiat ein Denkmal setzen können. § 2. Das Gesetz des unentgeltlichen Nutzens und der Rente. Das Gesetz der Rente, wie es Ricardo aufgestellt hatte, war das Schreckbild der Optimisten. Wäre es unglücklicherweise wahr gewesen, so wäre ihnen nach ihrer Ansicht nichts weiter übrig geblieben, als den Sozialisten recht zu geben, die im Grundeigentum einen sozialen Schädling erblickten. Um jeden Preis mußte daher nachgewiesen werden, daß dieses Gesetz ohne Grundlage sei, und Bastiat hat sich bemüht, die These zu begründen, die zuerst wie eine Ungeheuerlichkeit anmutet, nämlich, daß der Boden oder die Natur ihre Güter allen Menschen umsonst gibt. Wie, wird man ausrufen, das Getreide oder die Kohle und alle Produkte des Grundes und des Untergrundes werden nicht bezahlt, haben keinen Wert? — Doch, antwortet Bastiat, aber dieser Preis bezahlt nicht die natürliche Nützlichkeit dieser Produkte: er bezahlt nur die Arbeit der Produktion, er erstattet nur die von dem Besitzer gemachten Auslagen zurück. Auf diese Weise mußte man in jedem Erzeugnis zwei übereinander liegende Schichten von Nützlichkeit unterscheiden. Die eine beruht auf der Arbeit, und diese muß bezahlt werden, ist ein kostendes Ding und macht das aus, was man den Wert nennt; die andere verdanken wir der Natur: sie wird als solche niemals bezahlt, sondern sozusagen als Zugabe gegeben. Wenn diese unterliegende Schicht unbekannt ist, obgleich sie eine beträchtliche Bedeutung hat, so liegt das gerade daran, daß sie im Preise nicht zum Ausdruck kommt und sich deshalb dem Blick entzieht: sie ist unsichtbar, weil sie unentgeltlich ist. Das aber, was unentgeltlich ist, gehört allen gemeinsam, wie die Luft oder das fließende Wasser. Man kann daher den gleichen Gedanken ausdrücken, indem man sagt, daß unter der zutage liegenden Schick der Werte, die das individuelle Eigentum ausmacht, eine andere unsicht bare Schicht vorhanden ist, die der Gemeinschaft gehört, und von der alle Nutzen haben. „Das, was auf Grund göttlicher Vorbestimmung B Economie Journal, März 1907, Social possibilities of Econoffli 6 Chivalry.