Kapitel I. Die Optimisten. 373 Pulver, so hat man das Interesse des Produzenten im Auge und entschuldigt oder billigt sogar diese Ausgaben: man muß aber den Verbraucher im Auge halten, und dann wird man ohne Zögern diese Zerstörung von Gütern verurteilen, da sie unnützen Verbrauch vorstellen. Bastiat begnügt sich nicht damit, die wirtschaftliche Vorzugsstellung des Verbrauchers festzustellen: er will für ihn auch eine moralische Vor zugsstellung nachweisen. „Wenn die Menschheit sich vervollkommnet,“ sagt er, „so geschieht das nicht durch Versittlichung des Produzenten, sondern des Konsumenten.“ 1 ) So behauptet er z. B., daß es der Verbraucher und nicht der Produzent ist, der für schädliche Produktionen, wie z. B. die des Alkohols, verantwortlich ist 2 ). Dieser von Bastiat der Wissen schaft geleistete Beitrag erscheint uns nun von der größten Bedeutung. Er ist vielleicht der, der von seinen Werken den längsten Bestand haben uud ihm seinen Platz unter den großen Volkswirtschaftlern sichern wird. Er irrte sich nicht, als er auf seinem Sterbebette seinen Schülern das Wort, uovissima verba, als letzte Lehre hinterließ: „Die Nationalökonomie muß vom Gesichtspunkt des Verbrauchers aus behandelt werden.“ Hierdurch unterscheidet er sich von seinem großen Gegner Proudhon, der im Gegen teil stets nur den Produzenten im Auge gehabt hat. Was man Bastiat aber vorwerfen kann, ist sein allzu fester Glaube uri die natürliche Harmonie, auf Grund dessen er überzeugt war, daß die Herrschaft des Verbrauchers von selbst eintreten würde, wenn man nur den wirtschaftlichen Gesetzen freies Spiel ließe. In Wirklichkeit ist diese Herrschaft nicht gekommen, und der wirtschaftliche Mechanismus hat sich mehr und mehr zum Vorteil des Produzenten ausgebildet. Daher ist es nötig geworden, daß die Verbraucher sich organisieren, um ihre Inter essen, und mit diesen Interessen” auch das höhere Interesse der Allgemein heit zu verteidigen, das mit dem ihren eins ist. Auf diese Weise sind die Konsumgenossenschaften und die ganz modernen Konsumentenverbände entstanden. Aber auch die Versittlichung des Verbrauchers hat sich nicht | ,<)n selbst gemacht. Es bedurfte der sozialen Einkaufsvereine, der Mäßig- < eitsvereine usw., um ihn seine Verantwortlichkeit und seine Pflichten zu lehren. Die BASTiAT’sche These ist es, die ie “*dentoziMe^Käufer- sumenten, von den Konsumgenossenschatten dis z Arbeiterpartei bünden leitet; aber sie wird heftig von dem °j5 stverställ dlicherweise die nnd von dem Syndikalismus bekämpft, Produzentenmoral Überlegenheit der Produzenteninteressen und gar au behauptet 3 ). b Harmonies, Kap. VI, S. 419. Vorwort zu den (Euvres completes *) Von seinem Freunde Paiixotet m dem Vorwo angcführt - Produzentenmoral bei Proudhon und Sorel: i n , \ die Verherrlichung dieser roduction ä l’Economie moderne.