386 Drittes Buch. Der Liberalismus. Tode —: großartig und scheinbar unerschütterlich. Es ist dies die Periode, die, vom französischen Gesichtspunkt aus, unter dem Namen der Periode des zweiten Kaiserreichs zusammengefaßt wird, die Zeit, in der die liberale klassische Schule glaubte, ihre beiden alten Gegner, den Sozialismus und den Protektionismus, endgültig besiegt zu haben. Mit Hinsicht auf den Sozialismus schreibt Reybaud im Dictionnaire d’Economie Politique im Jahre 1852: „Heute vom Sozialismus sprechen, heißt, eine Leichenrede halten.“ Was den Protektionismus anlarigt, so hatte er in England durch die Abschaffung der Getreidezölle die Schlacht ver loren und sollte in Frankreich und in Europa überhaupt bald den Ver trägen von 1860 erliegen. Der klassischen Nationalökonomie schien daher die Zukunft gesichert: sie sah nicht voraus, daß 1867 das „Kapital erscheinen würde, daß 1872 der Kongreß von Eisenach zusammentreten sollte, und daß um die gleiche Zeit die Verträge von 1860 gekündigt werden würden. Benutzen wir daher diese kurze Spanne ihres Ruhmes, um die Ge setze darzulegen, die sie lehrte, — und zwar so gedrängt, wie möglich, da dies keine nationalökonomische Abhandlung ist —: dabei wollen wir uns auf die Doktrinen beschränken, die damals als endgültig angesehen wurden, und die noch heute von denen, die der liberalen Schule treu g e ' blieben sind, für endgültig gehalten werden. § 1. Die großen Gesetze. Die Existenz natürlicher Gesetze war stets die charakteristische Behauptung der klassischen Schule. Ihr zufolge sind sie das Postulat, ohne das keine Gesamtheit von Kenntnissen auf den Namen Wissen schaft Anspruch erheben kann. Diese Gesetze haben nicht mehr wie bei den Physiokraten und Optimisten jene Charakterzüge des providen- tiellen, normativen und teleologischen >): sie sind ganz einfach „natür lich“, ganz so wie die physischen Gesetze und folglich amoralisch; sie können nützlich oder schädlich sein: dem Menschen liegt es ob, sich ihnen, so gut er kann, anzupassen. Die Nationalökonomie eine ’ „gefühllose Wissenschaft“ zu nennen, weil sie nachweist, daß dieses oder jenes Gesetz unheilvolle Folgen für den Menschen haben kann, ist ebenso absurd, 0 Die natürlichen Gesetze waren jedoch schon von Dupont de Nemours e _ gut und in dem gleichen Sinne, wie von der klassischen Schule, definiert . w , 0I ^jieS „Die natürlichen Gesetze sind die wesentlichen Bedingungen, denen gemäß sic ‘ . in der vom Schöpfer der Natur eingerichteten Ordnung vollzieht... Was uns anbe ^ sind es die wesentlichen Bedingungen, denen die Menschen unterworfen sind, um _ alle Vorteile, die die natürliche Ordnung ihnen gewähren kann, zu verschaffen troduction aui Güuvres de Quosnay, S. 21).