Kapitel II. Höhepunkt und Niedergang der klassischen Schule. Stuart Mill. 389 ist sogar genauer als die andere. Sie ist die einzige, die die französische Schule anzunehmen erklärt, indem sie energisch alle anderen zurückweist, wie: individualistisch, orthodox oder sogar klassisch 1 ). ') Die Darlegung der Unterschiede zwischen der klassischen, der indi vidualistischen, der liberalen und der optimistischen Schule zu verlangen, ist eine Examensfrage. Obgleich diese Frage uns recht schulmeisterhaft erscheint, kann man doch folgendes antworten: a) Die individualistische Schule, im schlechten Sinne des Wortes, ist die, deren Lehre den Egoismus zur einzigen Richtschnur unserer Handlungen macht, die das „ein jeder für sich“ zum absoluten Prinzip der Lebensführung erhebt. Selbst verständlich will sich aber keine Schule in dieser Definition wieder erkennen; in Wirk lichkeit verhindert auch die Existenz der wirtschaftlichen Beziehungen, wie des Tausches, der Arbeitsteilung usw., die Möglichkeit eines Zustandes, in dem jeder Mensch nur für s 'ch lebt. Die individualistische Schule, im weitesten Sinne dieses Wortes, lehrt, daß das Wohl des Individuums der einzige Zweck aller Tätigkeit und Wirt schaftspolitik sein muß. Nun will das nicht viel sagen, denn es ist klar, daß auch die Sozialisten und sogar die Kommunisten keinen anderen Zweck haben, als das Glück der Individuen, der größtmöglichen Anzahl von Individuen. Niemand denkt daran, das Glück der Gesellschaft an sich als einer beseelten Einheit zu erstreben. Auf Grund einer solchen Definition ist der Individualismus recht nebelhaft; er schließt Weder die Vergesellschaftung, noch den Solidarismus und nicht einmal den Staats- 'nterventionismus aus, wenn er, wie in der Arbeitergesetzgebung z. B., bezweckt, das Individuum gegen gewisse Ursachen der Verschlechterung zu schützen. Er schließt s °gar die Aufopferung nicht aus, da der Trieb, sich aufzuopfem, sicherlich von einer starken Individualität zeugt. Der Individualismus wird ungefähr in diesem Sinne *n dem Buche von Schatz: L’Individualisme ßconomiquc et social betrachtet. Gie Bezeichnung individualistisch ist daher höchst unbestimmt, weshalb wir soviel Wie möglich den Gebrauch dieses Wortes vermeiden. b, Bei der »genannten liberalen U.di. Bedeutung. nämlich nicht damit, zu sagen, daß das n 1V1 Träger der wirtschaf t- schaftslebens ist, sondern sie fügt hinzu, daß es ( er e 8 ‘ Individuum dessen ^chen Bewe gung_ sein muß, weil ^“t^^ifzu verwirklichen. Das so wirkliche Interessen besser kennen kann und fähiger ist Individuum gewahren ausgedrückte Prinzip bedeutet aber, daß es am besten ist, Staates oder wi lassen (laisser faire) und jede von außen kommende Einmischung irgendeines anderen Beschützers zu verwerfen v ,„„i il5TTlll s von Allen angenommen Während jedoch in der ersten Formel wiegenden Einwürfen, werden konnte, gibt er unter der letzteren Ana .. i(Juum sehr häufig in seinen Denn in Wirklichkeit zeigen die Tatsachen, dah aas ii „dheitsschädliche oder nutzlos Handlungen, — sei es als Verbraucher, wenn es g . , • tsver j ;r äge eingeht, die seine teuere Erzeugnisse kauft, sei es als Arbeiter wenn es a ci enen Interessen sehr Arbeitskraft oder die seiner Kinder zugrunde ric g j e zu ve rteidigen, und daß schlecht versteht oder sich in der Unmöglichkeit te leisten können als er d >e Wissenschaft und die Hygiene ihm viel größere Uiens s 'ch selbst. , c) Wenn man noch weiter gellt und nicht nur annehmen will, daß ein jede* Individuum am besten fähig ist, sich mit seinen Interessen zu befassen, sondern daß au ch das soziale Interesse nur die Summe dieser individuellen Interessen ‘f > di c in einer harmonischen Einheit zusammenlaufen, so wird die liberale> Schule Ur optimistischen. Besonders in Frankreich hat sie sich auf Grund einer schon