Kapitel III. Der Marxismus. 503 Kapital vorherrscht, mehr als das, was die Zusammensetzung ihres Kapitals ihnen zu erhoffen gestatten sollte! — Daher nennt sie Marx auch Unter nehmungen „höherer organischer Zusammensetzung“ 1 ). Dies erklärt, weshalb die Unternehmungen mit großer Ausstattung sich so stark ver mehren, im Gegensatz zu dem, was der erste Blick vermuten lassen könnte. Denn gerade sie werden begünstigt, weil sie höhere Profite erzielen, Ms die von ihnen beschäftigte Mehrarbeit und der normalerweise darauf beruhende Mehrwert sonst ergeben 2 ). Bei aller Hochachtung vor dieser geistsprühenden Dialektik dürfen wir uns nicht soweit davon blenden lassen, daß wir die brutale Tatsache nicht mehr sehen, die sie zu verhüllen bezweckt und dennoch implizite zugeben muß, nämlich, daß die Höhe des Profits (also auch der Wert des Produktes, was wohl zu beachten ist, da das Eine das Andere bedingt!) durch die Konkurrenz geregelt wird, d. h. durch das Gesetz des Angebotes und der Nachfrage, ohne jede notwendige Verbindung mit der Menge der aufgewandten Arbeit! Und die Erklärung enthält auch das Ein geständnis, daß der Unternehmer, anstatt seine Gewinne im gleichen Maß stabe, wie er weniger menschliche Arbeit verwendet, geringer werden zu sehen, dadurch im Gegenteil einen immer größeren Vorteil hat! Dieser Widerspruch ist gerade einer der Bisse, die, wie wir sehen werden, den Zusammenbruch des majestätischen marxischen Gebäudes nach sich Mehen sollten. J ) So würde in dem auf der vorhergehenden Seite, Anm. 2 angeführten Beispiel, da das Mittel zwischen 900 und 100 = 500 ist, das Unternehmen A, anstatt 90 % Mehr wert, nur 50 % erhalten, und das Unternehmen B, anstatt nur 10 % aufzuweisen, würde 60 % einstreichen. 2 ) Wenn wir in dieser Darlegung häufig das Wort Profit an Stelle Mehrwert gebraucht haben, so geschieht das, um durch den Gebrauch eines bekannteren Wortes an Klarheit zu gewinnen. Wir müssen aber darauf besonders aufmerksam machen, daß die beiden Worte keineswegs vollständig synonym sind. Der Mehrwert ist alles das, was im Wert des Produktes die Unterhaltskosten der Arbeit übersteigt, ist also das riesige Stück des Kuchens, in das sich alle Gesellschaftsklassen, außer der Arbeiter klasse, teilen, d.h. nicht nur die Industriellen, sondern auch die Kaufleute, Rentiers usw., ~~ während der Profit nur jener Teil des Mehrwertes ist, der in den Händen der Unter nehmer bleibt, die unmittelbar Lohnempfänger beschäftigen. Die Höhe des Profits Jst übrigens ganz verschieden von der des Mehrwertes, wie wir oben besonders erwähnt haben. Wir weisen daher nochmals darauf hin (siehe S. 408, Anm. 2, al. 3 [S.409]), daß im Wort Profit verschiedene Bedeutungen unterschieden werden müssen. Im Sprach gebrauch von Marx, wie in dem aller englischen Volkswirtschaftler, umfaßt das Wort r ofit das ganze Einkommen aus Kapital, so wie es unter der Herrschaft der freien Konkurrenz auftritt, ohne Unterscheidung zwischen dem eigentlichen Profitgewinn und Zinsen, während man heute unter Profit das Einkommen des Unternehmers, das hf gewissen günstigen Umständen, besonders auf dem unvollkommenen Spiel der Konkurrenz beruht, als verschieden von dem des Kapitalisten versteht. d Bei dieser letzteren Auffassung nun würde es unsinnig sein, von einem Gesetz w Gleichheit der Profite zu sprechen, da der Profit, so wie wir ihn eben definiert ab en, notwendigerweise, wie die Bodenrente, ein differentielles Einkommen darstellt.