568 Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit. verbessert. Er wußte aber nicht, daß schon vor ihm und besser als er Coürnot die Formel, die wir soeben wieder angeführt haben, zerstört hatte, indem er ihr die gegenüberstellte, die in Wirklichkeit die hedo nistische Methode einführt: „Die Nachfrage ist eine Funktion des Preises 1 ), 1 ' womit gesagt werden sbll, daß sie sich zu dem Preis verhält wie eine Schale der Wage zur anderen, d. h. bei steigendem Preise fällt und bei fallendem steigt. Aber auch das Angebot ist eine Funktion des Preises, nur in einer ganz verschiedenen Beziehung, da es ihm in seinen Bewegungen parallel folgt, und mit ihm steigt und fällt. So verhalten sich Preis, Angebot und Nachfrage wie die drei fest verbundenen Teile eines Mechanismus, die sich nicht ein Jeder für sich bewegen können. Es handelt sich nun darum, die Gesetze ihrer gegenseitigen Abhängigkeit zu bestimmen. Dies will nicht besagen, daß das Gesetz des Angebotes und der Nach frage von nun an aus dem wirtschaftlichen Wörterbuche gestrichen ist, sondern nur, daß es eine andere Bedeutung erhalten hat. Heute drückt man, wie wir sehen werden, das Gesetz des Angebots und der Nachfrage durch das aus, was man „die Kurve der Nachfrage“ oder des Angebotes nennt, Kurven, die einfach das Theorem Cournot’s, daß die Nachfrage eine Funktion des Preises ist, graphisch darstellen. Ebenso geht es mit dem Gesetz, nach dem „die Produktionskosten den Wert bestimmen“. Die gleiche petitio principii! Wer kann nicht sehen, daß gerade im Gegenteil der Unternehmer seine Produktionskosten nach dem Preise einstellt und regelt? Die klassische Schule hatte dies wohl für eines der Elemente dieser Kosten erkannt; sie hatte erkannt, daß der Preis die Bodenrente bestimmt, und nicht die Bodenrente den Preis. Dies ist aber nun ebenso für alle anderen Preisbestandteile richtig, ’ oder vielmehr, auch diese neue Formel ist ebensowenig korrekt. Man muß diesen eitlen Versuch, die Ursachen und Wirkungen zu finden, auf geben und sich mit der Feststellung begnügen, daß zwischen den Produktions kosten und dem Preise eine Beziehung besteht, die das Streben hat, die Gleichheit herzustellen, nicht auf Grund irgendeiner geheimnisvollen Solidarität, sondern weil dort, wo diese Koinzidenz nicht besteht, die Ver minderung oder Vermehrung der erzeugten Mengen das Gleichgewicht sogleich wiederherzustellen bestrebt ist. Diese Abhängigkeitsbeziehung zwischen zwei Werten, obgleich sie sicherlich höchst bedeutsam ist, ist weit davon entfernt, die einzige zu sein: sie ist nur ein Einzelfall in einer Menge von Fällen, wo ein Wert als Funktion eines anderen Wertes sich verändert, Fälle, die die hedonistische Schule mit der größten Aufmerk samkeit sammelt. Das gleiche gilt auch für das Gesetz der Verteilung, d. h. für Lohn, Zins und Bodenrente. Wie bestimmte man in der klassischen Lehre jeden Becherehes sur les Principes mathfimatiques de la th§orie des richesses.